Im Kontext unserer Arbeit sind wir Teil eines großen Netzwerks. Im Rahmen dessen war es mir möglich, in der letzten Woche der Sommerferien Teil des Zirkusprojektes der Kreisjugendpflege zu sein.
Nach mehreren Planungstreffen und einem Vorbereitungstag, an dem wir Grundlagen wie Akrobatik und Jonglage kennenlernten, ging es am Sonntag mit dem Aufbau des Zirkuszeltes los. Gemeinsam mit Gemeindemitarbeitenden aus Birresborn, dem Zirkus ZappZarap und freiwilligen Eltern errichteten wir bei strahlendem Sonnenschein die Manege und das zwölf Meter hohe Zelt.
Der Trubel begann Montagmorgen, als die etwa 80 Kinder langsam ankamen. Mit einem Namensbutton versehen durften die Kinder draußen noch spielen, bis wir uns gemeinsam mit dem Signal „Alegria“ (einem Lied vom Cirque du Soleil) im Zelt versammelten. Dort erwartete die Kinder eine Vorführung von uns Betreuenden, in der die eingeübten Acts vorgestellt wurden. Danach hatten die Kinder Zeit, das Ganze selbst auszuprobieren und sich einer Gruppe anzuschließen, von der sie den Rest der Woche Teil waren.
Meine Gruppe übte morgens mit den Kugeln. Ob darüber Hopsen, darauf Stehen, Laufen oder sogar Springen, wir hatten gemeinsam sehr viel Spaß. Vor der Mittagspause hatten die Kinder etwa eine Stunde Freizeit. Sie durften draußen toben, Hula-Hoops nutzen oder Fußball spielen. Im Zirkuszelt herrschte dagegen Ruhe und es lief ein Hörspiel. Nach der Pause gab es wieder eine Vorführung unseres Betreuerteams. Mittags übte ich mit meinen Kindern mit Flowersticks (Kreativ-Jongliergeräte). Auch hier fehlten gemeinsames Lachen uns Ausprobieren nicht.
Am Dienstag übten die Kinder den gemeinsamen Einlauf in die Manege, bevor wir wieder in die Gruppen gingen. Dort konnten sich meine Kinder erst mit den Kugeln und ihren Bewegungen vertraut machen, um zu schauen, womit sie sich wohlfühlten und was sie sich selbst zutrauten. Vor der Mittagspause ging es dann für jede Gruppe einmal kurz in die Manege, wo jeder eine Kleinigkeit vorführte. Nach der Pause ging es in der zweiten Gruppe weiter, sie machten sich weiter mit den Flowersticks vertraut und probierten Dinge aus, bevor es auch wieder für die Mittagsgruppen zur kurzen Aufführung in die Manege ging.
Am Mittwoch übten die Kinder das Finale in der Manege. Das Vertrauen in die Requisiten war hier schon spürbar stärker als noch am Vortag und die Kinder trauten sich in der Manege immer mehr zu. Am Donnerstag ging es ähnlich zu, gemeinsam mit Clown Ulla gingen wir die Vorführungen durch und bekamen Ideen und Hilfestellungen für die großen Aufführungen, bevor es zur Probe in die Manege ging.
Freitagmorgen fing mit der Generalprobe an. Nicht nur bei den Kindern wuchs die Spannung und Aufregung. Je näher die Aufführung kam, desto aufgeregter wurde auch ich. Sind wir die verschiedenen Sachen oft genug durchgegangen? Fällt mir ein Kind von der Kugel? Schaffen die Kinder ihre Nummern? Aber sie lieferten souveräne Auftritte ab, die Manege füllte sich mit Lachen und die Aufregung wurde weniger.
Am Samstagmorgen fand die zweite Show statt. Die Kinder wirkten ruhiger, weniger aufgeregt, aber auch glücklich noch einmal zeigen zu können, was sie in der Woche gelernt hatten. Nach der Show erzählten viele Kinder, dass sie sich schon auf das nächste Jahr freuten und hofften, dass man sich dort wiedersehe.
Kaum war der finale Applaus vorbei, begannen wir mit dem Abbau des Zeltes. Hierbei halfen wieder die Gemeindemitarbeiter sowie Eltern.
Die Woche ging viel zu schnell vorbei und zeigte mir nochmal, wie schön die Arbeit mit Kindern ist und, dass ich das für mich richtige Studium gewählt habe.
Bis zum nächsten Mal
eure Jule

