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Kommunale Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung der Verbandsgemeinde Daun analysiert mit der Bestandsanalyse den aktuellen Stand der Wärmeversorgung, identifiziert anhand einer Potenzialanalyse Einspar- und Ausbaupotenziale und entwickelt darauf aufbauend Strategien, um die Zielszenarien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Reduzierung des Energieverbrauchs, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die schrittweise Umstellung von fossilen auf nachhaltige Versorgungssysteme. Ergänzt wird die Planung durch Maßnahmen zur Umsetzung, Beteiligung relevanter Akteure sowie Konzepte zur langfristigen Steuerung und Kommunikation. Anhand eines Controlling-Konzeptes soll der Erfolg der Maßnahmen überprüft werden.


Die kommunale Wärmeplanung besteht aus den folgenden Kapiteln: 

  • Bestandsanalyse

    Die Bestandsanalyse der Verbandsgemeinde Daun bildet die Grundlage der kommunalen Wärmeplanung und zeigt Struktur, Verbräuche und Emissionen der aktuellen Wärmeversorgung. Datengrundlage sind Geodaten, Verbrauchsdaten von Energieversorgern und Schornsteinfegern sowie Förderstatistiken. Rund 9.600 beheizte Gebäude – überwiegend Wohngebäude, viele vor 1979 errichtet – weisen erhebliches Sanierungspotenzial auf.

    Die Wärmeversorgung wird vor allem durch Heizöl und Erdgas geprägt; erneuerbare Energien spielen bislang eine geringe Rolle. Viele Anlagen sind veraltet, Wärmenetze kaum vorhanden, während Strom- und Gasnetze unterschiedlich ausgebaut sind.

    Der jährliche Endenergieverbrauch beträgt etwa 294.000 MWh, mit rund 74.000 Tonnen CO₂e Emissionen, hauptsächlich aus fossilen Energieträgern. Insgesamt besteht hoher Handlungsbedarf, insbesondere durch Sanierungen, effizientere Heizsysteme und den Ausbau erneuerbarer Energien zur langfristig klimaneutralen Wärmeversorgung.

  • Potentialanalyse

    Die Potenzialanalyse zur klimaneutralen Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde Daun zeigt Einspar- und Ausbauchancen bei Effizienz, erneuerbaren Energien und Abwärme. Zentrale Grundlage ist die Senkung des Wärmebedarfs durch Sanierungen und moderne Heiztechnik. Bis 2045 könnten private Haushalte ihren Bedarf um etwa 15 %, Gewerbe und öffentliche Gebäude um rund 12 % reduzieren.

    Erneuerbare Energien bieten wichtige Potenziale: Biomasse (ca. 82.000 MWh/Jahr) vor allem aus Land- und Forstwirtschaft, sowie Geothermie – insbesondere oberflächennahe Anwendungen mit Wärmepumpen. Tiefengeothermie spielt kaum eine Rolle. Abwärme ist nur begrenzt verfügbar.

    Große Chancen bestehen zudem bei Solarenergie und Windkraft mit sehr hohen Ausbaupotenzialen sowie bei Seewasser als Wärmequelle, während Wasserkraft nur geringe Beiträge leisten kann.

    Insgesamt zeigt die Analyse: Effizienzmaßnahmen senken den Bedarf, entscheidend für Klimaneutralität ist jedoch der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien und die stärkere Kopplung von Strom- und Wärmesektor.

  • Zielszenarien und Entwicklungspfade

    Die kommunale Wärmeplanung der Verbandsgemeinde Daun zielt auf eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis 2045 (bzw. 2040 im ambitionierten Szenario). Grundlage ist die Einteilung in Wärmenetz-, dezentrale und Prüfgebiete; Wasserstoff spielt derzeit keine Rolle. Besonders Daun eignet sich für Wärmenetze, viele andere Bereiche eher für dezentrale Lösungen.

    Das Zielszenario kombiniert Sanierungen (ca. 2 % jährlich, rund 15 % weniger Wärmebedarf) mit dem vollständigen Ersatz fossiler Energieträger durch Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie und Wärmenetze. Dadurch können Emissionen weitgehend reduziert werden. Ein schnelleres Szenario bis 2040 erfordert deutlich höhere Umrüstungsraten.

    Ergänzend wurde ein Vergleich der Kosten verschiedener Heizsysteme durchgeführt. Dabei schneiden insbesondere Luft/Wasser-Wärmepumpen wirtschaftlich günstig ab, während Systeme wie Pelletheizungen oder Wärmenetze im Mittelfeld liegen. Höhere Kosten entstehen vor allem bei komplexen Hybridlösungen. Fossile Heizsysteme sind langfristig aufgrund steigender Energie- und CO₂-Kosten keine wirtschaftliche Option mehr, wie in der Abbildung 1 dargestellt ist.

    Diagramm
    Abbildung 1: Gemittelte Wärmegestehungskosten als Ergebnis der Wärmevollkostenrechnung

    Insgesamt verdeutlicht die Wärmeplanung, dass die Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung technisch möglich ist, jedoch erhebliche Investitionen, politische Rahmenbedingungen sowie die aktive Mitwirkung von Eigentümern und weiteren Akteuren erfordert.

  • Strategie und Maßnahmenkatalog

    Die Wärmewendestrategie der Verbandsgemeinde Daun setzt auf eine Kombination aus Wärmenetzen und dezentralen erneuerbaren Lösungen. Fokusgebiete sind „Lieserpark“, „Schulzentrum“ und Schalkenmehren, wo der Ausbau von Wärmenetzen priorisiert wird – vor allem mit Wärmepumpen, Biomasse und erneuerbarem Strom; Wasserstoff spielt keine Rolle.

    Für diese Gebiete bestehen Ausbaupfade bis 2045: moderater Ausbau in „Lieserpark“, starke Erweiterung im „Schulzentrum“ und in Schalkenmehren Nutzung von Maarthermie mit Wärmepumpen.

    Außerhalb wird überwiegend auf dezentrale Heizlösungen gesetzt, unterstützt durch Förderprogramme. Zentrale Maßnahmen sind Machbarkeitsstudien, Nutzung erneuerbarer Energien, Sanierungen und Beratung. Ziel ist eine schrittweise, wirtschaftliche und klimafreundliche Wärmeversorgung bis 2045.

  • Akteursbeteiligung

    Die Akteursbeteiligung in der Wärmeplanung der VG Daun erfolgte strukturiert über eine Steuerungsgruppe sowie durch Einbindung relevanter Akteure wie Netzbetreiber, Unternehmen, Handwerk und Tourismus. Diese wurden über Befragungen und Gespräche beteiligt. Auch politische Gremien und Ortsgemeinden wurden frühzeitig eingebunden und regelmäßig informiert. Die Öffentlichkeit soll nach Abschluss der Planung informiert werden. Insgesamt wurde ein transparenter und partizipativer Prozess sichergestellt, um fundierte und abgestimmte Ergebnisse zu erzielen.

  • Verstetigungsstrategie

    Die Verstetigungsstrategie der VG Daun zielt auf eine kontinuierliche und koordinierte Umsetzung der Wärmeplanung bis 2045. Dafür werden klare Zuständigkeiten festgelegt, insbesondere beim Fachbereich „Bauen“, der die Projektleitung und Fortschreibung übernimmt. Eine enge Vernetzung der Akteure, regelmäßige Abstimmungen mit Ortsgemeinden sowie transparente Kommunikation sind zentrale Elemente. Eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe steuert den Prozess, überwacht Fortschritte und bereitet Entscheidungen für die politischen Gremien vor.

  • Controlling-Konzept

    Das Controlling-Konzept steuert und überprüft die Umsetzung der Wärmeplanung bis 2045. Es kombiniert einen Top-down-Ansatz mit übergeordneten Energie- und Emissionsindikatoren und einen Bottom-up-Ansatz zur Bewertung einzelner Maßnahmen. Grundlage sind regelmäßige Datenerhebungen und die Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz.

    Maßnahmen werden hinsichtlich Wirkung und Zielerreichung bewertet, ergänzt durch transparente Berichte und Abstimmung mit Akteuren. Ziel ist eine effiziente Umsetzung und rechtzeitige Anpassung der Maßnahmen.

  • Kommunikationsstrategie

    Die Kommunikationsstrategie der VG Daun unterstützt die Wärmewende bis 2040 durch kontinuierliche, zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit. Sie bindet zentrale Akteure wie Bürger, Verwaltung, Unternehmen und Bildungseinrichtungen ein und baut auf bestehenden Netzwerken auf.

    Ziele sind Information, Akzeptanz, Beteiligung und transparente Maßnahmenkommunikation. Dafür werden u. a. Kampagnen, Beratungen, Beteiligungsformate und digitale Medien eingesetzt.

    Ergänzt wird dies durch klare interne Strukturen sowie externe Angebote und eine Wärmekampagne mit Multiplikatoren. Ziel ist es, die Wärmewende verständlich zu machen und ihre Umsetzung aktiv zu fördern.

Vorstellung der Kommunalen Wärmeplanung

Die Verbandsgemeinde Daun lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zur öffentlichen Präsentation der Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung ein.

Wie kann die Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde Daun künftig klimafreundlich, bezahlbar und zukunftssicher gestaltet werden? Welche Möglichkeiten bestehen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen? Antworten auf diese Fragen gibt die Vorstellung der Kommunalen Wärmeplanung der Verbandsgemeinde Daun.

Montag, 22. Juni 2026, 18:00 Uhr, Forum Daun

Im Rahmen der Veranstaltung werden die zentralen Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse, mögliche Entwicklungspfade bis zur Klimaneutralität sowie konkrete Maßnahmen und Perspektiven für die zukünftige Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde vorgestellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den beteiligten Fachplanern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verbandsgemeinde ins Gespräch zu kommen.

Die Kommunale Wärmeplanung bildet eine wichtige Grundlage für die zukünftige Energieversorgung vor Ort. Sie zeigt auf, welche Chancen sich durch erneuerbare Energien, energetische Sanierungen, Wärmenetze und moderne Heizsysteme ergeben und welche Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung notwendig sind.

Die Verbandsgemeinde Daun freut sich auf eine rege Teilnahme und einen offenen Austausch mit allen Interessierten.

 

Gefördertes Projekt:
KSI: Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für die Verbandsgemeinde Daun

Förderzeitraum:
01. August 2024 bis 30. Juni 2026

Förderkennzeichen:
67K28590

Projektträger:
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG)

Projektförderer:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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