Wie Nachhaltigkeit in der Kita praktisch umgesetzt werden kann, zeigt das Gartenprojekt unserer Kita Kleines Kylltal Oberstadtfeld.
Ergänzend zur Zertifizierung als Natur- und Geopark-Kita wurde das Thema „Nachhaltigkeit in der Kita – Verantwortung übernehmen und handeln!“ auch im Kita-Beirat aufgegriffen. Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Bildung beginnt im Alltag und lebt vom Engagement vieler Beteiligter.
Der Kita-Beirat – nicht zu verwechseln mit dem Elternausschuss (EAS) – wurde mit dem 2021 in Kraft getretenen Kindertagesstättengesetz (KiTaG) eingeführt und tagt mindestens einmal jährlich. Dem Gremium gehören die Fachkraft für die Wahrnehmung der Kinderbelange (FaKiB), der Ortsbürgermeister, der Träger beziehungsweise die Trägervertretung, Mitglieder des EAS, Mitarbeitende der Kita sowie die Kita-Leitung an.
Nachhaltigkeit umfasst nicht nur den Schutz der Umwelt. Sie verbindet ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung. In der Kita werden diese Bereiche für die Kinder im Alltag erfahrbar: Sie lernen, achtsam mit Pflanzen, Tieren, Wasser und Lebensmitteln umzugehen, erleben Gemeinschaft und gegenseitige Rücksichtnahme und erfahren zugleich, dass Materialien und Ressourcen bewusst eingesetzt werden sollten.
Besonders anschaulich wird dies in unserem Gartenprojekt. Der Garten ist dabei nicht nur ein Ort zum Spielen, sondern auch ein praktischer Lern- und Erfahrungsort.
Seit einigen Jahren stellt uns Familie Sprünker ihren Garten zur freien Verfügung. Unterstützt wird das Projekt von Familien mit Fachwissen sowie durch Hilfe bei Instandhaltungsarbeiten, der regelmäßigen Pflege und weiteren praktischen Aufgaben. So wird der Rasen regelmäßig geschnitten, die Obstbäume erhalten einen Pflegeschnitt, ein altes Törchen wurde aufgearbeitet und Pflanzkübel wurden bestückt. Der Treppenaufgang vom Kita-Gelände in den Garten wird derzeit erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten ermöglicht er den Kindern einen schnellen Zugang zum Garten, ohne dass sie das Gelände verlassen müssen.
In einer Umfrage durften sich die Kinder aussuchen, was sie gerne anpflanzen möchten. Dazu gestalteten sie ein Plakat mit ihren Lieblingspflanzen. Außerdem bastelten sie Beetstecker, auf denen sie die entsprechenden Pflanzen malten. Der Förderverein finanzierte unter anderem Tomatengewächshäuser, Pflanzerde und Pflanzkübel.
Die Kinder setzten Erbsen und zogen Setzlinge von Tomaten, Melonen, Gurken, Lauch, Kohlrabi und weiteren Pflanzen vor. Nach den Eisheiligen durften die Pflänzchen ins Außengelände umziehen. Auch an Bestäuber wie Wildbienen und andere Insekten wurde gedacht. In den Pflanzkübeln fanden insektenfreundliche Pflanzen und Kräuter Platz. Zusätzlich legten die Kinder eine kleine Wildblumenecke an. Alles wurde gehegt und gepflegt. Trotz des sehr trockenen Sommers und der Ferienzeit kamen fast alle Pflanzen gut durch. Die Wildblumen werden zudem regelmäßig von „fliegenden Besuchern“ aufgesucht.
Durch das Gartenprojekt erleben die Kinder unmittelbar, wie Lebensmittel angebaut, gepflegt, versorgt und verarbeitet werden. Am Ende gehört natürlich auch das gemeinsame Verzehren der Ernte dazu. Auf diese Weise wird Nachhaltigkeit nicht nur besprochen, sondern praktisch gelebt: Die Kinder übernehmen Verantwortung, beobachten natürliche Kreisläufe und erfahren, welchen Wert Lebensmittel und eine intakte Umwelt haben.
Team der Kita Kleines Kylltal Oberstadteld

