Heute möchte ich euch von einer häufigen Aufgabe in meinem Arbeitsalltag berichten: dem Wechsel der Wasserzähler in der Verbandsgemeinde. Alle sechs Jahre müssen alle Wasserzähler in den einzelnen Ortschaften gewechselt werden. Diese Frist von sechs Jahren muss aufgrund des Eichgesetztes eingehalten werden.
Momentan rüsten wir von Messingzählern auf Kunststoff-Funkzähler um, die man dann bequem von außen ablesen kann. Das ist sehr praktisch, da die Hauseigentümer nicht mehr selbständig den Wasserzähler ablesen müssen und die Zählerstände auch nicht mehr an das Gruppenwasserwerk gemeldet werden müssen.
Zum Ablesen fahren wir am Ende des Jahres mit unserem Dienstwagen durch die einzelnen Straßen der Orte und können die Wasserzähler ganz einfach mit einer Funkantenne und einem Tablet auslesen. Auf dem Tablet ist jeder einzelne Zähler, der abgelesen werden muss, erfasst und somit weiß man genau, wo bereits abgelesen wurde und wo noch nicht.
Nicht jeder Zähler kann direkt abgelesen werden, da durch verschiedene Umstände ein Funksignal nicht möglich ist oder dieses unterbrochen wird. Das können zum Beispiel dicke Hauswände sein, ein Zähler, der sich in einem Zählerschacht tief im Boden befindet, oder ein defekter Wasserzähler. In diesen Fällen müssen wir dann im Haus nachsehen, woran der Fehler liegen könnte. Ist der Zähler defekt, wird mit dem Hausbesitzer ein Termin zum Austausch vereinbart. Befindet sich der Zähler hinter dicken Wänden oder tief im Boden, dann kommt das Funksignal meistens durch, wenn wir mit der Funkantenne näher an den Zähler herangehen.
Muss ein Wasserzähler gewechselt werden, nehmen wir den neuen Funkzähler, ein Wechselbuch und die Werkzeugkiste mit ins Haus.
Um den alten Wasserzähler ausbauen zu können, müssen wir zuerst die Wasserversorgung unterbrechen. Dafür wird der Kugelhahn oder das Hauptabsperrventil zugedreht, sodass kein Wasser mehr fließt. Anschließend wird die Verplombung entfernt. Dann werden die beiden Muttern aufgedreht und das Schiebestück bewegt, damit sich der Wasserzähler leichter lösen lässt. Dabei fängt man übriges Wasser zwischen den Absperrarmaturen mit einem Behälter auf. Nun werden die alten Dichtungen aus den Muttern herausgenommen und durch neue ersetzt. Sollte sich der Zähler nicht herausnehmen lassen, benötigt man einen sogenannten Spreizer. Damit werden die Leitungen auseinandergedrückt, damit man mehr Platz hat, um den Zähler besser ausbauen zu können.
Ist dies erledigt, kommt der neue Kunststoff-Funkzähler zum Einsatz. Er muss gerade zwischen den zwei Muttern liegen und handfest angezogen werden. Dabei sollte man das Schiebestück zwischendurch bewegen, damit der Wasserzähler nicht so auf Spannung steht. Nach dem Einbau des Wasserzählers dreht man langsam den Kugelhahn oder das Hauptabsperrventil wieder auf und schaut, ob alles dicht ist. Zum Schluss wird noch eine neue Plombe am Zähler befestigt.
Danach müssen noch Eintragungen im Wechselbuch vorgenommen werden. Es werden der alte Zählerstand und die Zählernummern des alten und neuen Wasserzählers notiert. Die Hausbewohner müssen uns dann noch den alten Zählerstand bestätigen und unterschreiben.
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in eine meiner alltäglichen Tätigkeiten bei eurem Wasserversorger geben.
Bis bald!
Euer Jonah

