Handlungsfeld 9: VG Daun – LANDSCHAFTLICH einzigartig!

    Die Vulkaneifel als Teil des Natur- und Geoparks Vulkaneifel und des UNESCO global Geopark verfügt mit ihren Vulkanen und Maaren über eine einzigartige Kulturlandschaft, die es zu schützen gilt. Der Schutz dieser Kulturlandschaft erfolgt zum Teil durch gezielte Pflege und Nutzung und auch die Vermittlung von Wissen. Denn nur, was man kennt, schätzt man und hält es für schützenswert. Ein zukünftig noch wichtiger werdendes Betätigungsfeld des Natur- und Geoparks Vulkaneifel wird die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE).

    In dieses Handlungsfeld ordnen sich auch Ansätze ein, die dazu beitragen, die Ernährungskreisläufe weiter zu regionalisieren. Damit bestehen hier durch den Beitrag zum Klimaschutz Bezüge zu HF 8.

    Hauptakteur in diesem Handlungsfeld ist der Natur- und Geopark Vulkaneifel, weitere Akteure sind hier u.a. die Naturschutzverbände, die VG Daun, die Ortsgemeinden mit ihren Bürgern wie auch einige der kürzlich gegründeten Transition-town-Initiativen. Die VG Daun will ihre Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden ausbauen und Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutzmaßnahmen unter Nutzung der vorhandenen Förderprogramme umsetzen.

    1. KULTURLANDSCHAFT als Basis für therapeutische Landschaften schützen

      Der Erhalt der Kulturlandschaft ist für die weitere Entwicklung der Marke GesundLand Vulkaneifel von zentraler Bedeutung, da die Kulturlandschaft die landschaftliche Basis darstellt. Der Natur- und Geopark Vulkaneifel unternimmt vielfältige Ansätze, um die Kulturlandschaft zu schützen.

      Diese reichen von Maßnahmen der Wissensvermittlung und Umweltbildung, der Kommunikation und dem Marketing bis hin zur Durchführung von konkreten Naturschutz- und Infrastrukturmaßnahmen und einer aktiven Netzwerkarbeit.

      BNE ist 2018 im Zuge der Änderung des Bundesnaturschutzgesetztes als weitere gesetzliche Aufgabe der Naturparke verankert worden. BNE soll daher zukünftig im Natur- und Geopark Vulkaneifel intensiv vorangetrieben werden, dies unter Nutzung vorhandener Fördermöglichkeiten.

      Die IG Eifelvulkane, die sich mittlerweile unter das Dach Transition town eingeordnet hat, setzt sich für den Erhalt der Vulkanberge und gegen ihren Abbau zur Rohstoffgewinnung ein – dies insb. vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Ausweitung des Abbaus. Die Vulkaneifel ist eine Landschaft mit bundesweit einzigartiger Prägung und stellt nach Ansicht der IG Eifelvulkane, die sich auf einen Vorschlag aus dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz bezieht, als „Landschaft mit bundesweit einzigartiger vulkanischer Prägung“ de facto ein „Nationales Naturerbe“ dar, das als solches zu schützen ist. Demgegenüber steht der Ansatz, durch die Veredelung von Lava, Basalt und Kalk die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. 

    2. HOCHWASSERSCHUTZ betreiben

      Vor dem Hintergrund der Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren hat der Hochwasserschutz in der VG Daun an Bedeutung gewonnen.

      Die VG Daun erstellt daher in Zusammenarbeit mit den beteiligten Ortsgemeinden, den Fachbehörden sowie in aktiver Bürgerbeteiligung ein örtliches Hochwasserschutzkonzept für insgesamt 24 Ortslagen. Gefördert wird die Erarbeitung durch das Land Rheinland-Pfalz. In 2018 wurde mit der Bearbeitung von 10 Ortslagen entlang der Lieser begonnen, in 2019 schließen sich die restlichen Ortslagen entlang anderer Gewässer wie dem Ahbach und dem Brückerbach an. Die Hochwasserschutzkonzepte beinhalten neben Analysen Vorsorgemaßnahmen und Möglichkeiten zur Verbesserung des öffentlichen und privaten Hochwasserschutzes. Anschließend sollen die dort identifizierten Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt werden, um die Resilienz der Ortslagen zu erhöhen und so mit weiteren erwartbaren Starkregenereignissen ohne größere Schäden umgehen zu können.

    3. Gewässer renaturieren

      Die Renaturierung der Gewässer verbessert nicht nur die Wasserqualität und schafft Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern leistet ebenso einen Beitrag zum Hochwasserschutz, in dem die Fließgeschwindigkeit des Wassers verlangsamt wird und Retentionsflächen geschaffen werden. Die Verbandsgemeinde Daun sieht für 2019 die Renaturierung des Ellscheider Baches und des Pützborner Baches vor. Die Aktion Blau Plus fördert die Wiedererstellung von naturnahen Gewässerzuständen. Perspektivisch sind weitere Renaturierungsmaßnahmen vorgesehen (derzeit zeichnen sich diese in Dreis-Brück und Rengen ab).


    Weitere Maßnahmenbereiche sind:

    4. NAHRUNGSMITTELVERSORGUNG weiter regionalisieren

    5. FLURBEREINIGUNG weiter vorantreiben