Handlungsfeld 8: VG Daun – hat ENERGIE!

    Dieses Handlungsfeld soll dazu beitragen, das Ziel, bis 2030 100% Erneuerbare-Energien-Region für Strom und Wärme zu werden, zu erreichen. Hierbei setzt die Verbandsgemeinde Daun weiterhin auf den Dreiklang aus Energieeinsparung, Erhöhung der Energieeffizienz und Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien. Die Verbandsgemeinde Daun will so einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhöhung der Resilienz leisten.

    Zielgruppe sind hier insb. Privatpersonen, die in ihren Wohngebäuden, in ihren Haushalten, mit ihrem Konsum- und Mobilitätsverhalten etc. ihren individuellen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Aufgabe der  Verbandsgemeinde Daun wird es hier auch zukünftig sein, noch stärker eine Vorbildfunktion einzunehmen (bspw. bei der Sanierung öffentlicher Gebäude), entsprechende Informations- und Beratungsangebote zu vermitteln und – als Teil des WEGE-Zirkel Energie – Bewusstseinsbildung zu betreiben.

    Bezüge zur Umsetzung dieses Handlungsfeldes weisen insb. der Maßnahmenbereich „Nachhaltige Mobilitätsangebote ausbauen“ und "Kommunikationsorte weiterentwickeln" (-> Gebäudemanagement) im Handlungsfeld 3 auf. Generell trägt die stärkere Regionalisierung von Stoff-, Energie- und Wirtschaftskreisläufen ebenfalls zum Klimaschutz bei.

    1. BEWUSSTSEINSBILDUNG zu den Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien

    Seit 2013 arbeitet der WEGE-Zirkel Energie erfolgreich zusammen – zunächst unter Leitung der Verbandsgemeinde Daun, mittlerweile unter Leitung des Energieversorgers innogy.

    Der WEGE-Zirkel Energie versteht sich als strategische Veränderungskoalition im Themenbereich Energie und Klimaschutz. Er hat gemeinsam das Ziel definiert, bis 2030 100% Erneuerbare-Energien-Region für Strom und Wärme zu werden. Er bearbeitet das Themenfeld, identifiziert neue Projektansätze und er bzw. einzelne Partner/ setzen diese um. Wo nötig und machbar werden auch Andere bei der Konkretisierung und Umsetzung dieser Ansätze unterstützt. Sein Hauptaugenmerk liegt aber auf der Bewusstseinsbildung. Hierzu hat er 2013 eine Veranstaltungsreihe mit durchschnittlich drei Veranstaltungen/ Jahr etabliert, in der er mittels externer Referenten aktuelle Themen zu Energie und Klimaschutz aufgreift. Diese Veranstaltungsreihe wurde Corona-bedingt ausgesetzt, soll nun aber wieder fortgeführt werden. Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung.

    2. KLIMASCHUTZTEILKONZEPT für Verbandsgemeinde-eigene Liegenschaften umsetzen

    Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative wurde wurde bereits vor einigen Jahren ein Klimaschutzteilkonzept für Verbandsgemeinde-eigene Liegenschaften erarbeitet. Dieses macht Energieeinsparpotenziale an Schuleinrichtungen, Feuerwehrhäusern und Umkleidegebäuden sichtbar und schlägt kurz-, mittel- und langfristig realisierbare Maßnahmen für die weitere Gebäudebewirtschaftung vor.

    Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen liegen mögliche Kosteneinsparungen in Höhe von 117.000 Euro jährlich und eine Treibhausgasreduzierung in Höhe von 309 Tonnen jährlich vor. Mittlerweile konnten bereits rund ein Drittel der Maßnahmen durchgeführt werden, hierbei handelte es sich insb. um kurzfristige Maßnahmen und um Maßnahmen, die in ohnehin anstehende Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen integriert werden konnten. Es wird angestrebt, auch die noch ausstehenden Maßnahmen nach und nach umzusetzen (→ siehe hierzu auch Kapitel 5.9.4).

    3. INTEGRIERTE ENERGETISCHE QUARTIERSKONZEPTE erarbeiten und umsetzen

    Die  Verbandsgemeinde Daun ist Teil der ZENAPA[1]-Modellregion auf Ebene des Natur- und Geopark Vulkaneifel. In ausgewählten Modellorten werden sog. integrierte energetische Quartierskonzepte erarbeitet, die sich den Themen Energie und Klimaschutz sowie Erhöhung der Biodiversität widmen. In der  Verbandsgemeinde Daun sind dies zunächst die drei Ortsgemeinden Darscheid, Mehren und Mückeln.  Mehren hat das Quartierskonzept bereits fertiggestellt und befindet sich derzeit in der Umsetzung, u.a. wurde ein Sanierungsgebiet ausgewiesen, so dass private Eigentümer nach Abschluss einer Modernisierungsvereinbarung in den Genuss von Steuervorteilen kommen. In Darscheid und Mückeln befindet sich das Konzept noch in der Erarbeitung, hier kam es aus verschiedenen Gründen zu zeitlichen Verzögerungen.

    Die Verbandsgemeinde Daun strebt an, zur Unterstützung der Umsetzung der in den Quartierskonzepten identifizierten Maßnahmen einen Sanierungsmanager einzustellen. Dieser Sanierungsmanager soll darüber hinaus auch die Initiierung weiterer integrierter energetischer Quartierskonzepte in weiteren Ortsgemeinden vorantreiben und auf Ebene der Verbandsgemeinde Daun u.a. bei der Umsetzung des Klimaschutzteilkonzeptes für Verbandsgemeinde-eigene Liegenschaften unterstützen. (siehe hierzu Kapitel 5.9.3.). Die Verbandsgemeide Daun arbeitet weiterhin an der Schaffung der Stelle eines Sanierungsmanagers.

    [1] ZENAPA steht Zero Emission Nature Protection Areas und will einen Beitrag zu Klima-, Natur- und Artenschutz leisten und belegen, dass sich diese Schutzziele nicht widersprechen und kooperativ erreicht werden können. Wesentliche Vorgabe und Ziel ist die Umsetzung der nationalen und europaweiten Klimaschutzziele (CAP 2020 und CPP 2050) unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategien. Siehe hierzu https://zenapa.eu/

    4. NAHWÄRMENETZE ausbauen

    Bislang ist es trotz mehrerer Versuche nicht gelungen, Nahwärmenetze zu initiieren. Die Rolle der Verbandsgemeinde Daun und des WEGE-Zirkels Energie sollte es hier aber auch zukünftig sein, bei anstehenden Bauvorhaben oder Sanierungsmaßnahmen die Sinnhaftigkeit/ Wirtschaftlichkeit des Aufbaus eines Nahwärmenetzes zu prüfen bzw. je nach Zuständigkeit diese Prüfung anzuregen.

    Auch im Rahmen der Erarbeitung von integrierten energetischen Quartierskonzepten wird geprüft, ob die Einrichtung eines Nahwärmenetzes sinnvoll ist.

    5. TRANSITION-TOWN-INITIATIVEN weiter unterstützen

    Im Laufe des Jahres 2018 ist es in der  Verbandsgemeinde Daun gelungen, mittels einer Kick-off-Veranstaltung und einem Trainingswochenende Transition-town-Initiativen in der  Verbandsgemeinde Daun ins Leben zu rufen. Mittlerweile haben sich bereits folgende Gruppen gebildet, für die Gruppenverantwortliche gewählt wurden und die sich bereits jeweils einige Male getroffen haben: Gartentreff (gab es bereits, hat sich unter das Dach „Transition town“ eingeordnet), Eifelvulkane (gab es ebenfalls bereits), Mobilität ohne eigenes Auto, Solidarische Landwirtschaft, Lebensmittelrettung/Food-Sharing.

    Die in der Erarbeitung befindlichen Projekte dieser Initiativen weisen hohe Bezüge zum Handlungsfeld 9 auf (dies gilt für die Gruppen Gartentreff, Eifelvulkane, Solidarische Landwirtschaft und Lebensmittelrettung/ Food-Sharing) und zum Handlungsfeld 3 (dies gilt für die Gruppe Mobilität ohne eigenes Auto). Die dort in der Erarbeitung befindlichen Ansätze werden daher diesen Handlungsfeldern zugeordnet.

    Die Verbandsgemeinde arbeitet daran, die einzelnen Initiativen stärker zu vernetzen. Hierzu steht bereits eine Plattform in der Cloud zur Verfügung, die aber bislang noch nicht sehr stark angenommen wird.  Die Nutzung dieser Plattform ist hier weiter zu bewerben. Zudem befindet sich die Einrichtung einer eigenen Rubrik auf der Internetseite der Verbandsgemeinde Daun in Vorbereitung. Ebenso gibt es mittlerweile einen Stammtisch, der noch weiter zu etablieren ist. Einige Stammtische haben bereits stattgefunden und sollen nun auch nach einer Corona-bedingten Pause wieder stattfinden.

    Mit der Initiierung der Transition-Town-Initiativen ist es gelungen, auch Personengruppen anzusprechen, die bislang nicht im WEGE-Prozess aktiv waren. Perspektivisch geht es hier auch darum, weitere Mitstreiter zu gewinnen.