Handlungsfeld 2 VG Daun - lebenswert für ALLE GENERATIONEN!

    In Handlungsfeld 2 finden sich Ansätze, die dazu beitragen sollen, den Bedürfnissen aller Generationen Rechnung zu tragen. Hier geht es um Fragen der Kinderbetreuung, der Bildungsinfrastruktur, der Teilhabe und des Miteinanders von Jung bis Alt bis hin zur Seniorenarbeit. Handlungsfeld 2 führt damit die ehemaligen Handlungsfelder 2 „VG Daun – mehr Raum für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren“ und 5 „VG Daun – altersgerechte Dörfer“

    In diesem Handlungsfeld konnte inhaltlich in den letzten Jahren bereits sehr viel erreicht werden. Die Verbesserung der Situation für junge und alte Menschen stand in vielen Projekten und Ansätzen im Fokus.

    Zukünftig geht es darum, die begonnenen Ansätze nachhaltig zu etablieren und ggf. diese auch inhaltlich zu erweitern. Gänzlich neue Ansätze sind hier nur wenige erkennbar.

    Natürlich hängt die Lebenssituation der Menschen in der VG Daun von vielen anderen Faktoren ab, Bezüge zu anderen Handlungsfelder ab, hier sei insb. der Bezug zu HF 3 herausgestellt, das sich mit der Infrastruktur und Fragen der Erreichbarkeit auseinandersetzt.

    Akteure sind hier die Kitas und Schulen, die VG Daun, der Verein Bürger für Bürger e.V., die Koordinierungsstelle des Dauner Viadukts von Jung bis Alt und die Bürger der VG Daun als Aktive in den Dörfern.

    1. Gute BETREUUNGSSITUATION von KINDERN weiter stärken

      Die VG Daun war in den vergangenen Jahren sehr aktiv im Ausbau der U3-Betreuung, die nahezu flächendeckend erfolgt ist. Bedarf besteht aber weiterhin im Ausbau der Ganztagesplätze und im Ausbau der U3-Angebote. Die Auslastung mit Einjährigen ist weiterhin sehr gering, die Auslastung mit Zweijährigen steigt stark an.

      Die größte Herausforderung besteht in der kommenden Zeit darin, mit dem Personalausfall umzugehen und neues Personal zu gewinnen.

      Durch den Aufbau eines Qualitätsmanagements zunächst in den kirchlichen, dann in den kommunalen Kitas (im Rahmen des LEADER-Projektes Meine gesunde Kita in der Vulkaneifel), durch den verstärkten Einsatz regionaler Produkte in der Essensversorgung, durch generationenübergreifende Angebote wie durch Maßnahmen der Umweltbildung und zur Förderung der regionalen Identität haben sich die Kitas der VG Daun qualitativ weiterentwickelt.

      Diese Ansätze, die in den Kitas unterschiedlich weit umgesetzt wurden, sind fortzuführen und auszubauen. Damit wird das Leitbild der „Gesunden Kitas“ Schritt für Schritt umgesetzt. Hierzu zählt auch das Coaching der Mitarbeitenden in den Kitas, wie dieses Leitbild ganz konkret umzusetzen ist. Hier besteht teilweise noch Unklarheit auf Seiten der Mitarbeitenden. 

    2.  BILDUNGSINFRASTRUKTUR sichern und weiterentwickeln

      Nach der Schließung der Grund- und Hauptschule in Niederstadtfeld 2011 fand kein weiterer Rückbau der Bildungsinfrastruktur statt. Aktuell ist davon auszugehen, dass alle Grundschulstandorte mittelfristig erhalten werden können. Die Grundschule in Wallenborn steht umgekehrt sogar vor der Schwierigkeit, ausreichend Räume für die Schüler anbieten zu können.

      In den vergangenen Jahren hatte die Realschule + in Gillenfeld immer wieder Probleme, ausreichend Schüler zu gewinnen. Aus diesem Grund wurden große Anstrengungen zur Profilierung der Schule und ihrer qualitativen Weiterentwicklung unternommen. Sie hat sich als Natur- und Geoparkschule und Essbare Schule profiliert und hat das Konzept mindmatters aufgegriffen. Ebenso wird in Gillenfeld bereits selbst gekocht, möglichst unter Einsatz regionaler Produkte. Die Anstrengungen zur qualitativen Weiterentwicklung und der Bewerbung um Schüler sind daher fortzusetzen. Ebenso ist die Entwicklung der Schülerzahlen im Blick zu behalten, um nicht Gefahr zu laufen, dass der Schulstandort erneut zur Disposition steht.

      Die anderen Schulen in der VG Daun sollen zukünftig ebenfalls qualitativ weiterentwickelt werden. Dies betrifft die Einführung von mindmatters und das Kochen von gesunden Gerichten vor Ort mit regionalen Produkten. Zudem soll ein betriebliches Gesundheitsmanagement für Lehrer entwickelt und eingeführt werden. Hier wird derzeit eine Förderung über Mittel aus dem Präventionsgesetz angestrebt. Auch die Förderung der digitalen Kompetenz in den Schulen soll weiter ausgebaut werden. Voraussetzung hier ist der weitere Breitbandausbau (siehe hierzu HF 3).

      Im Zuge der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung steht die Altenpflege- und Altenpflegehilfeschule in Daun vor der Herausforderung, ihr Angebot weiterzuentwickeln und so den Ausbildungsstandort Daun zu sichern. 

    3.  TEILHABE von KINDERN und JUGENDLICHEN an der Gestaltung ihrer Heimat ermöglichen

      Die VG Daun verfügt seit langem über eine Jugendpflege, mit der sie dazu beiträgt, die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung ihrer Heimat zu ermöglichen.

      Mit dem LEADER-Projekt My Daun – Kinder und Jugendliche in der VG Daun, das von 2012 bis 2015 stattfand, rückte die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen noch einmal ganz besonders in den Fokus. Mit einem breit aufgestellten Ansatz untersuchte die VG Daun die Bleibe-, Wegzugs- und Rückkehrorientierung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hierbei zeigte sich, dass vor allen Dingen diejenigen beabsichtigen, ihre Zukunft in der Vulkaneifel zu verbringen, die genügend Freizeitangebote vorfinden, die nicht das Gefühl haben festzusitzen und sich in ihrem Ort aktiv einbringen und einem freiwilligen Engagement nachgehen.

      Der dort erarbeitete Abschlussbericht bildete die Basis für die Weiterentwicklung der Arbeit der Jugendpflege der VG Daun. Hierbei wurde insb. der Management-Ansatz gestärkt, der auf ein Coaching und eine Begleitung von in der Kinder- und Jugendarbeit ehrenamtlich Tätigen setzt. Seitdem entwickelt die Jugendpflege ihre Strategie kontinuierlich weiter. In der letzten Zeit haben sich folgende Schwerpunkte in der Arbeit der Jugendpflege etabliert: 1) Organisation und Durchführung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, 2) Umsetzung von Qualifizierungsangeboten für in der Kinder- und Jugendarbeit ehrenamtlich und beruflich Tätige, 3) Anleitung und Beratung von Menschen, die in ihrem Ort, in ihrem Verein Angebote für die Zielgruppe schaffen wollen, 4) Vernetzung der Jugendarbeit in der Region, mit Schulen sowie ehrenamtlich und beruflich in der Kinder- und Jugendarbeit Tätigen, 5) Jugendforen vor Ort etablieren und 6) freiwilliges Engagement stärken. Diese Ansätze sollen zukünftig fortgeführt werden.

      Auch die Dörfer zeigen sich zunehmend aktiv in der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – sei es durch das Einladen von Jugendlichen auf eine Ortsgemeinderatssitzung oder durch die Durchführung von Jugendforen (mit Unterstützung der Jugendpflege der VG Daun) als ergänzendes Format zu einer Zukunftswerkstatt für die Zielgruppe Jugendliche. In einigen Dörfern wurden daraus sich ergebende Projektansätze, wie z.B. die Schaffung und Reaktivierung eines Treffpunktes (Jugendraum) bereits realisiert. Solche Ansätze sind vor Ort, wo nötig mit Unterstützung durch die Jugendpflege Daun, fortzuführen.

      Mit der Umsetzung der beschriebenen Ansätze drückt sich auch eine Wertschätzung für die Meinungen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen aus. Diese Kultur der Wertschätzung ist weiter auszubauen.

      Eine weitere Herausforderung ist es, den Kontakt zu fortgezogenen jungen Erwachsenen zu halten, um so die Chance auf eine spätere Rückkehr in die VG Daun zu erhöhen. Über entsprechende Ansätze wie den Aufbau eines Heimatnetzwerkes oder den Aufbau einer Willkommensagentur wurde bereits diskutiert, bislang ist eine Umsetzung, die sich auf Ebene des Landkreises oder der gesamten Vulkaneifel anbietet, noch nicht gelungen. Dies soll weiterverfolgt werden. In den letzten Jahren erhalten die Abiturienten in der VG Daun für ein Jahr ein kostenloses Abonnement der Zeitschrift Meine Vulkaneifel – Heimat hautnah.

      Auch die weitere Öffnung der Schulen in den Sozialraum soll vorangetrieben werden.

      Für 2019 plant die VG Daun zudem dir Durchführung einer Regionalanalyse. Studierende kommen für eine Woche nach Daun und arbeiten mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und junge Familien. Eine Befragung ist vorgesehen. In der Regionalanalyse sollen Faktoren, die im Rahmen des Projektes My Daun als wichtig für die Bleibe- und Rückkehrorientierung herausgearbeitet wurden, vertieft untersucht werden. ( Der Schwerpunkt liegt auf den Faktoren Berufsperspektiven, Ehrenamt/ Teilhabe und regionale Identität.)

      In etwa fünf Jahren soll die Befragung, die im Rahmen des Projektes „My Daun“ umgesetzt wurde, wiederholt werden, um neue Erkenntnisse zur Bleibe- und Rückkehrorientierung der Jugendlichen zu erhalten.

    4.  MITEINANDER der GENERATIONEN fördern

      In den letzten Jahren wurde bereits einiges unternommen, um das Miteinander der Generationen zu stärken. Neben der Einbindung von Senioren in die Kita-Arbeit oder die stärkere Öffnung von Kitas und Schulen in den Sozialraum (siehe Maßnahmenbereiche 5.3.2 und 5.3.4) sind dies insb. die Arbeiten des Dauner Viadukts von Jung bis Alt. Hier ist es gelungen, die Koordination des Netzwerkes auf einen der Partner, die Pfarreiengemeinschaft Daun, zu übertragen und so die Arbeit fortzuführen. Von 2016 bis 2018 lag die Koordinierung bei der Pfarrei St. Nikolaus in Daun, seit Anfang 2019 übernimmt der Caritasverband Westeifel e.V. in Zusammenarbeit mit der Jugendpflege der VG Daun die Koordination. Hier ist die zukünftige Herausforderung, für die kommenden Jahre weitere Netzwerkpartner zu finden, die für eine gewisse Zeit die Koordination des Netzwerkes übernehmen.

      Es ist bereits gelungen, weitere Netzwerkpartner (wie einzelne Schulen) zu gewinnen und Projekte umzusetzen.

      Ein Projekt, das sich in das Dauner Viadukt von Jung bis Alt einordnet, ist die Ausbildung von Jugendlichen zu Seniorenbegleitern. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Qualifikationsangebot, bei dem Jugendliche für eine gewisse Zeit in Kontakt mit Senioren kommen. Dies fördert die soziale Kompetenz der Jugendlichen und das Miteinander der Generationen. Dieses Programm soll auch zukünftig angeboten werden.

      Auch die erfolgreiche Etablierung von Daun spielt! als ein jährliches Fest der Generationen fördert das Miteinander der Generationen. Dieses von dem Gewerbe- und Verkehrsverein Daun, der VG Daun und Bürger für Bürger e.V. angebotene Programm soll auch in den kommenden Jahren stattfinden.

      Die Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses in der VG Daun ab 2020 würde ebenfalls maßgeblich dazu beitragen, dass Miteinander von Jung bis Alt zu fördern. Derzeit wird geprüft, ob dies in Gillenfeld oder Daun möglich wäre. (Ab 2020 ist es möglich, dass ein zweites Mehrgenerationenhaus im Landkreis Vulkaneifel – als Ergänzung zum Mehrgenerationenhaus in Gerolstein – gefördert werden könnte.) Ist dies der Fall, soll sich um eine Förderung bemüht werden.

      Auch in den Dörfern gibt es mittlerweile zahlreiche Aktivitäten, die die Generationen zusammenbringen wie z. B. das in einzelnen Dörfern eingeführte Jahreszeitenfrühstück, gemeinsames Kochen, Spieleabende etc. Diese Aktivitäten sollten zukünftig weiter ausgebaut werden.

    5. SENIORENARBEIT ausbauen und stärken

      Durch die Gründung des Vereins Bürger für Bürger e.V. 2011 mit dem Angebot niedrigschwelliger Hilfeleistungen für hilfebedürftige Menschen, durch die Etablierung von Seniorenbeauftragten in mittlerweile etwas über der Hälfte der Dörfer der VG Daun wie auch durch die Ausbildung von ehrenamtlich Tätigen zu Seniorencoaches und deren Einsatz konnte in den vergangenen Jahren in der VG Daun die Seniorenarbeit deutlich gestärkt werden. Diese Ansätze sind weiter zu verfolgen. Dies bedeutet perspektivisch den quantitativen Ausbau der Hilfeleistungen des Vereins Bürger für Bürger (je nach Bedarf) wie auch die Etablierung eines oder eines Teams von Seniorenbeauftragten in allen Dörfern der VG Daun.