Entwicklung kommt von Innen

    Dorfaktive für ein Engagement in der Innenentwicklung zu qualifizieren – dies war das Ziel eines Qualifizierungsangebotes für Ehrenamtliche. Insgesamt 34 Teilnehmende haben von den Angeboten der Qualifizierung profitiert, die nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

    Sich für das eigene Dorf und seine Entwicklung einzusetzen und dabei die Innenentwicklung zu befördern, steht in vielen Dörfern der Verbandsgemeinde Daun auf der Agenda. Um Dorfaktive wie Ortsbürgermeister, Ortsgemeinderats-Mitglieder oder interessierte Bürger in ihrem Engagement zu unterstützen, wurde im Rahmen des WEGE-Prozesses ein Qualifizierungsprogramm angeboten. An vier Freitagnachmittagen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sich intensiv mit Fragen der Innenentwicklung zu beschäftigen.

    In einem bunten Programm mit verschiedenen fachlichen Impulsen, der gemeinsamen Diskussion und der Besichtigung von umgesetzten Projekten und Maßnahmen, wurde den Teilnehmenden viel inhaltliches und methodisches Know-how vermittelt.

    Auch auf den gemeinsamen Austausch wurde großen Wert gelegt – vor allem bei den beliebten Dorfspaziergängen, die an jedem Tagungsort durchgeführt wurden.

    Inhaltlich wurden in den vier Modulen viele unterschiedliche Themen aufgegriffen. Im ersten Modul wurde sich intensiv mit den Grundlagen beschäftigt. Neben einer Diskussion über die Herausforderungen der Innenentwicklung stand vor allem das Thema Informationsbeschaffung und Pflege auf der Agenda. Frau Junk, Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung Daun, stellte den Teilnehmenden das Kataster für Leerstände, potenzielle Leerstände und Baulücken vor. Sie informierte darüber, wie in den Ortsgemeinden selbst die Pflege übernommen werden kann. Anschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit den Florinshof, ein genossenschaftlich getragenes Wohnprojekt in Gillenfeld, zu besichtigen. Herr Schlifter von der Genossenschaft am Pulvermaar stellte hier das Projekt vor.

    Das zweite Modul widmete sich stärker den städtebaulich, architektonischen Fragen. Herr Hachenberg vom Büro Stadt Land plus zeigte anhand verschiedener Beispiele wie eine gute Entwicklung der Dörfer aussehen kann. Herr Ackermann, Ortsbürgermeister aus Ellscheid, informierte anschließend über verschiedene Maßnahmen in seinem Dorf.

    In Ellscheid konnten in den letzten Jahren einige Leerstände umgenutzt werden, ein kommunales Förderprogramm hat hier wertvolle Dienste geliefert.

    Den Blick über den Tellerrand werfen und schauen was anderswo getan wird – dies war im Modul 3 möglich. Frau Lenz aus Vonhausen/Hessen berichtete über die Aktivitäten in ihrem Dorf. Dabei wurde deutlich: auch in Hessen sind die Probleme und Lösungsansätze ähnlich. Am Ende kommt es immer darauf an, dass man Menschen gewinnt, die sich gerne für ihren Ort einsetzen und ihn mitgestalten. Herr Dr. Dartsch, Ortsbürgermeister aus Weidenbach, führte anschließend die Teilnehmenden durch sein Dorf. Auf dem Spaziergang wurde dann bereits die ein oder andere Idee zur Beförderung der Innenentwicklung ausgetauscht.

    Am letzten Freitag der Qualifizierungsmaßnahme stand dann das Thema „Finanzierung“ und „Förderung“ im Zentrum. Markus Kowall, Kreisverwaltung Vulkaneifel, führte die Teilnehmenden in die Möglichkeiten der Förderung der Dorferneuerung und Regionalförderung (LEADER, Regionalbudget etc.) ein. Dr. Andrea Soboth, IfR Institut für Regionalmanagement, stellte den Teilnehmenden Finanzierungsmöglichkeiten für kleinere Projekte vor. Stiftungen oder Sponsoring sind vielversprechende Möglichkeiten, wenn kleinere Finanzbeträge für die Umsetzung einer Idee benötigt werden. Anschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit nach einem Dorfspaziergang mit Günter Horten, Ortsbürgermeister von Niederstadtfeld, das Erlebte Revue passieren zu lassen. Herr Horten wies ebenfalls darauf hin, wie wichtig ein kommunales Anreizprogramm vor Ort ist (wie die Bau- und Kaufförderung in Niederstadtfeld).

    „Das war überzeugend. Wir haben viele Informationen erhalten, die wir nun in der Arbeit in unserem eigenen Dorf umsetzen können“, so ein Teilnehmer in der Abschlussrunde. „Wir haben gelernt, dass auch kleine Maßnahmen viel bewirken können,“ ergänzte eine Teilnehmerin. Auch das Fazit der anderen Teilnehmenden war durchweg positiv. Der Austausch untereinander, das Lernen von den anderen, die vielen Informationen, die vermittelt wurden – all dies wurde positiv gesehen. Abschließend wurde vereinbart, sich im nächsten Jahr erneut zu treffen und die bis dahin gemachten Erfahrungen auszutauschen. Herr Weber, der seitens des WEGE-Büros der Verbandsgemeinde Daun den Qualifizierungslehrgang organisierte, bedankte sich bei allen Dorfaktiven für ihr Engagement. Abgeschlossen wurde der Lehrgang bei einer herrlichen Pizza, die die neue Gastronomie in Niederstadtfeld lieferte.