Vom Nebeneinander zum Miteinander

    Im Rahmen einer öffentlichen AusWEGE-Veranstaltung Ende Oktober im Seniorenhaus Regina Protmann in Daun stand das Miteinander der Generationen im Fokus. Jugendliche, Eltern, Netzwerkpartner im Dauner Viadukt von Jung bis Alt und weitere Interessierte trafen sich an diesem Abend.

    Zu Gast waren Frau Irmgard Neuß, Leiterin der Familienbildungsstätte Dülmen, und Frau Lisa Bäther, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses der Stadt Dülmen. Sie berichteten von der zukunftsweisenden Arbeit vor Ort in Westfalen. Quintessenz ihres Vortrages war, dass wir in Zeiten des demografischen Wandels ein Mit- statt einem Nebeneinander der Generationen brauchen. Ein Ansatz um dies zu ermöglichen ist das Intergenerative Zentrum (IGZ) in Dülmen. Das in Trägerschaft der Pfarrei St. Viktor stehende Vorhaben befindet sich derzeit noch in der baulichen Umsetzung. Kirche und Kommune verfolgen hierbei die gemeinsame Vision einen Raum für alle zu schaffen. Raum bedeutet ganz konkret ein Haus, unter dessen Dach verschiedene Interessengruppen zusammenkommen können, um z.B. zusammen zu essen oder kreativ zu sein. Mit untergebracht werden u.a. ein Bistro, die Familienbildungsstätte oder auch eine Freiwilligenbörse. Mit der Ausrichtung in unmittelbarer Nähe zum Rathaus sowie der Kirche St. Viktor entsteht ein modernes Innenstadtquartier. Wände und Mauern stehen jedoch bei diesem Projekt nicht im Fokus, sondern das Miteinander der Generationen. Daran arbeiten bereits jetzt viele engagierte Menschen.

    Ergänzend zu den Impulsen von außen konnten die Netzwerkpartner des Dauner Viadukt von Jung bis Alt ihre eigenen Erfahrungen und Angebote ins Gespräch miteinbringen. Melanie Schermann, Caritasverband Westeifel e.V., stellte das neue Angebot Smartphonesprechstunde vor. Junge Menschen unterstützen Menschen der Generationen 50+ dabei einen sicheren Umgang mit ihrem Smartphone zu finden.
    Die Netzwerkpartner Integrative Kita Daun und Seniorenhaus Regina Protmann ermöglichen nach einer Qualifizierungsmaßnahme über die Generationsbrücke Deutschland auf Basis des erworbenen Know-hows Begegnungen zwischen alten und jungen Menschen. In festen Partnerschaften von Kindern und Bewohnern finden regelmäßige Treffen statt, die altersgerecht vor- und nachbereitet werden. Strukturierte und ritualisierte Begegnungen bieten den sicheren Raum, um ein aktives Miteinander der Generationen zu fördern.

    Außerdem erfolgte an diesem Abend die Zertifizierung der Teilnehmer/-innen des zweiten Durchgangs der Qualifizierungsmaßnahme „Jugendliche begleiten Senioren“, welche übrigens angelehnt an das Dülmener Modell ist. Die Fortbildung wurde über das Partnernetzwerk Dauner Viadukt von Jung bis Alt in Kooperation mit der Drei-Maare-Realschule plus Daun im Rahmen einer Projektwoche angeboten. Ziel davon ist es, die Jugendlichen für das Leben im Alter zu sensibilisieren. Neben Biografiearbeit, der Entwicklung eines Bewusstseins für altersbedingte Krankheiten und Einschränkungen, stand auch der persönliche Kontakt mit den älteren Menschen im Fokus. In den ansässigen Pflegeheimen brachten sie sich u.a. in die Tagespflege ein. Die wichtige Erkenntnis einer Teilnehmerin: „Man muss mit den alten Menschen gar nicht so vorsichtig umgehen wie ich immer dachte.“

    Am Folgetag fand die Fortbildung Generationenlotse statt. Geleitet wurde dieses Angebot von Frau Neuß und Frau Bäther. Die über zehn Teilnehmenden erhielten zunächst einen Überblick in die intergenerative Arbeit in Dülmen und kamen darüber in den gemeinsamen Austausch.
    Unterstützt wurde dieses Angebot von der Bischof-Stein-Stiftung.



    Bürgermeister Werner Klöckner und Stadtbürgermeister Martin Robrecht überreichten die Zertifikate an die jugendlichen Seniorenbegleiter, Quelle: Daniel Weber