D I E – Chance für das Dorf!

    DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

    DIE Chance für das Dorf ist ein LEADER-Projekt zur Förderung der örtlichen Dorfinnenentwicklung in den vier Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen.

    Jährliche Bestandsaufnahme in allen 125 beteiligten Dörfern

    Um den dargestellten Entwicklungen und bereits heute sichtbaren Problemlagen zu begegnen, brauchen wir Klarheit über die tatsächliche Situation in unseren Dörfern. Im Projekt DIE Chance für das Dorf wurde zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt – und dies flächendeckend in allen 125 Dörfern. Aufgenommen wurden Informationen zur Dorfstruktur wie Wirtschaftssituation, Dorfgemeinschaft, Infrastruktur, Internetanbindung, Anbindung an den ÖPNV genauso wie heute bereits vorhandene und potenzielle, also zukünftig absehbare, Gebäudeleerstände und Baulücken. Nach der Bestandsaufnahme durch den/ die jeweilige/n Ortsbürgermeister/in und seinen/ ihren Ortsgemeinderat erfolgten eine Auswertung, ein Vergleich des jeweiligen Dorfes mit seinem Dorftyp sowie eine Ortsbegehung.
    Jährlich wird nun das Leerstands-, Baulücken- und Alterskataster durch die Ortsgemeinderäte und Ortsbeiräte, unterstützt durch die jeweilige Verbandsgemeindeverwaltung, aktualisiert – auch zur Bewusstseinsbildung für den Problemdruck vor Ort. Dies wird verstärkt dadurch, dass wieder ein Vergleich des Dorfes mit anderen Dörfern seiner Größenordnung erfolgt. Jedes Dorf kann seine Entwicklung so einordnen.
    Die erste Aktualisierung offenbarte den bereits heute vorhandenen und zukünftig sich verstärkenden Problemdruck in der Innenentwicklung:
    Im Projektgebiet befinden sich über 1100 Leerstände und rund 2200 potenzielle Leerstände mit nicht erkennbarer Folgenutzung – so die alarmierende Bilanz.

    Arbeit in vier Modelldörfern

    Das Projekt unterscheidet zwischen vier verschiedenen Dorftypen. Die Zuordnung erfolgte anhand der Einwohnerzahlen mit Stand zum 30.06.2011:

        Dorftyp 1: Dörfer < 250 EinwohnerInnen, insgesamt 57 Dörfer
        Dorftyp 2: Dörfer mit 250 bis 499 EinwohnerInnen, insgesamt 41 Dörfer
        Dorftyp 3: Dörfer mit 500 bis 999 EinwohnerInnen, insgesamt 19 Dörfer
        Dorftyp 4: Dörfer > 1000 EinwohnerInnen, insgesamt 8 Dörfer

    Die Typisierung der Dörfer dient dazu, dass jedes Dorf sich in seiner Entwicklung mit den anderen Dörfern seines Dorftyps vergleichen kann.
    In einem Wettbewerb wurden vier Modelldörfer ausgewählt. Diese sind:

    • Oberelz, Dorftyp 1, Verbandsgemeinde Kelberg
    • Betteldorf, Dorftyp 2, Verbandsgemeinde Daun
    • Gerolstein-Büscheich, Dorftyp 3, Verbandsgemeinde Gerolstein
    • Alflen, Dorftyp 3, Verbandsgemeinde Ulmen

    Im Dorftyp 4 konnte kein Modelldorf gefunden werden.

    In den Modelldörfern wurden Strategien erarbeitet, die die Innenentwicklung fördern sollen. Die Aktivierungsstrategien sollen beispielgebend für die anderen Dörfer des gleichen Typs sein. Dem "von und miteinander Lernen" kommt im Projekt DIE Chance für das Dorf eine hohe Bedeutung zu.

    Strategien für das gesamte DIE-Projektgebiet

    Neben der Arbeit in den vier Modelldörfern und dem Lernen von den Erfahrungen der Modelldörfer wurden im DIE-Projekt Strategien für das gesamte DIE-Projektgebiet (siehe Projekte) erarbeitet. Sie stehen allen Dörfern zur Anwendung zur Verfügung.

    Projekte:

    • DIE-Resolution

      Hierbei handelt es sich um eine kommunalpolitische Beschlussfassung zur Dorfinnenentwicklung in den Ortsgemeinderäten.

    • Quo vadis- Dorf X?

      Als Grundlage für weitere Maßnahmen zur Förderung der Dorfinnenentwicklung gilt es zunächst, ein Zukunftsbild für das jeweilige Dorf zu erarbeiten. Als Hilfe hierfür kann die Arbeitshilfe Quo vadis – Dorf X?dienen.
      Aufbauend auf der in jedem Dorf durchgeführten Bestandsaufnahme mit Leerständen, potenziellen Leerständen und Baulücken und ihrer jährlichen Aktualisierung hilft sie zunächst die Bestandsaufnahme einzuordnen. Auch der Aspekt „Wohnen im Alter“ sowie ein Blick auf die Kommunikationsorte (Gebäude wie Bürgerhäuser, Vereinsgebäude etc. aber auch Plätze wie Dorf-, Sport-, Spielplätze, Friedhof etc.) eines jeden Dorfes werden in Quo vadis – Dorf X? berücksichtigt.
      Aufbauend auf der Bewertung des Status-quo bietet die Arbeitshilfe anschließend Fragen an, die helfen, ein Zukunftsbild für jedes Dorf zu erarbeiten. Denn: Ein Dorf, das nicht weiß, was es will, muss nehmen, was es bekommt.

    • DIE-Botschafter

      DIE-Botschafter unterstützen die Dörfer ehrenamtlich in der Dorfinnenentwicklung. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Bewusstseinsbildung für den demographischen Wandel und die Herausforderung der Innenentwicklung. Sie nehmen bei Wunsch an Ortsgemeinderatssitzungen teil, führen in das Thema ein und unterstützen bei der Umsetzung einzelner Projekte.

    • Förderprogramm Abriss

      Über 1100 leerstehende Wohngebäude, zum Teil sog. Schrottimmobilien, weitere rund 2200 potenziell leerstehende Wohngebäude mit nicht erkennbarer Folgenutzung – so die Bilanz der 1. Aktualisierung der Bestandsaufnahme in allen 125 beteiligten Dörfern. Schrottimmobilien beeinträchtigen nicht nur das Ortsbild, sie mindern auch den Wert vorhandener und gepflegter Immobilien.
      Hier setzt das Förderprogramm Abriss an. Eigentümer von Schrottimmobilien erhalten einen Zuschuss von der Verbandsgemeinde für den Abriss. So wollen wir neue Perspektiven in unseren Dörfern schaffen.

    • Eigentümeransprache leerstehender Immobilien

      Die Zahl der Leerstände im DIE-Projekt steigt sukzessive weiter an, die Aktualisierung der Bestandsaufnahme ergab für 2013 eine Zahl von über 1100 Leerständen im DIE-Projektgebiet.
      Sind die Gebäude noch erhaltenswert, gilt es, diese Leerstände zu mobilisieren, sie wieder zu nutzen. Bei Schrottimmobilien ist – auch mit Blick auf den Werterhalt genutzter und gepflegter Gebäude im Ort - auf Abbruch hinzuwirken.
      Ortsgemeinderäte berichten von Schwierigkeiten und Hemmnissen bei der Eigentümeransprache.
      Diese Arbeitshilfe soll Ortsgemeinderats-, Ortsbeiratsmitglieder und sonstige in den Dörfern für die Innenentwicklung Aktive dabei unterstützen, Eigentümer gezielt anzusprechen. In der Arbeitshilfe sind verschiedene Argumente zusammengestellt, die helfen sollen, sich auf diese Ansprache vorzubereiten.

    • Bürgerwerkstatt mit Ortsbegehung

      Um die Dorfgemeinschaft zu aktivieren und sich als Dorf gemeinsam mit seinem Zukunftsbild zu beschäftigen, bietet sich die Durchführung einer Bürgerwerkstatt an. Die Bürgerwerkstatt kann mit einer Ortsbegehung gekoppelt werden. So sensibilisiert sich das Dorf gemeinsam für die Problempunkte und die guten Beispielen der Innenentwicklung im Dorf und kann zudem Barrieren und
      Erreichbarkeitsprobleme im Dorf identifizieren.
      In das hier vorliegende Konzept für eine Bürgerwerkstatt wurde daher bereits eine Ortsbegehung integriert. Weitere Details zur Ortsbegehung zum Selbermachen, die man natürlich auch ohne Bürgerwerkstatt durchführen kann, finden sich in der Datei „Ortsbegehung zum Selbermachen“.
      Die Bürgerwerkstatt kann durchaus vom Ortsgemeinderat/ Ortsbeirat oder sonstigen Aktiven im Dorf selbst organisiert und durchgeführt werden.

    • Leere Häuser Tour

      Haben Sie in größerem Umfang leerstehende Gebäudesubstanz in Ihrem Dorf, so kann auch eine Leere-Häuser-Tour als Maßnahme der Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit sinnvoll sein. Die Leere-Häuser-Tour ist dabei eine öffentliche Veranstaltung mit Begleitprogramm. In der Leeren-Häuser-Tour werden gezielt leerstehende Gebäude für die Dorfgemeinschaft und für Interessierte geöffnet, dies führ zu einer Verdeutlichung der Leerstandsproblematik im Dorf. Möglicherweise können so auch Interessenten für die Leerstände gefunden werden. Besonders Interessant ist die Leere-Häuser-Tour dann, wenn Sie als Ortsgemeinde/Stadtteil auch bereits Ideen vorstellen können, was mit dem Leerstand in Zukunft passieren könnte (Ideen für eine neue Nutzung, für eine neue Planun oder für einen Abriss und Gestaltung der Freifläche).Dies können durchaus Ideenskizzen sein, die Sie im Ortsgemeinderat/Ortsbeirat erarbeitet haben, es müssen keine beauftragten Planungen sein.

    • Auseinandersetzung mit der Einwohnerentwicklung

      Es ist wichtig, die Gründe für Zu- und Fortzug im Dorf nachzuvollziehen. Hieraus kann man evtl. einen Lösungsansatz ableiten, die zu einer positiven Dorfentwicklung führen.

      Ziel:
      - Sensibilisierung für eigene Stärken/Schwächen
      - Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen

    • Potenzieller Leerstand

      In fast jedem Dorf gibt es Gebäude, in denen ausschließlich Menschen über 75 Jahre leben – teilweise sogar ganz alleine. Aus potenziellem Leerstand droht dann wirklicher Leerstand zu werden. Dies gilt auch für Wochenendhäuser, auch hier ist die Nachfolgenutzung unsicher.
      Auch in diesem Bereich haben Sie als Ortsbürgermeister/ Ortsvorsteher die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen. Dabei werden auch Fragen auftauchen, die im Bereich des Zusammenlebens in der Dorfgemeinschaft liegen (Teilnahme am Dorfleben, Maßnahmen gegen die Vereinsamung, Nachbarschaftshilfe) und dort gestaltet werden können. Aber auch Hinweise auf Wohnberatungs- und Förderangebote z.B. zur Reduzierung von Barrieren oder für Umbau-/ Sanierungsmaßnahmen oder der Aspekt Teilvermietung des Gebäudes können in diesen Gesprächen berührt werden. Ihre DIE-Ansprechpartner sowie der Dorferneuerungsbeauftragte der Kreisverwaltung Vulkaneifel helfen Ihnen hierbei ebenfalls gerne weiter.

    • Fehlender Mietwohnraum

      In vielen Dörfern wurde deutlich, dass es trotz des Drucks in der Innenentwicklung einen Mangel an (kleineren, altersgerechten) Mietwohnungen gibt. Dadurch verlieren Dörfer oftmals gerade auch junge Menschen, die gerne im Dorf bleiben möchten aber keine geeignete Mietwohnung finden. Sie als Ortsbürgermeister/ Ortsvorsteher können hier unterstützend in der Vermittlung von Mietsuchenden an Vermieter tätig sein.

    • Foto: Für den Abriss vorgesehene Gebäude in Oberstadtfeld (Bilderquelle: Arnold Möseler)
      15.07.2014

      Neben den DIE-Modelldörfern Alflen, Betteldorf, Gerolstein-Büscheich und Oberelz kann auch die Ortsgemeinde Oberstadtfeld (VG Daun) als Modelldorf betrachtet werden. Hier zeigt sich, wie eine Dorfflurbereinigung zur Ortsinnenentwicklung positiv…

    • Foto: Betteldorfer nehmen am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil (Bilderquelle: Manfred Klaus)
      26.06.2014

      Im DIE-Modelldorf Betteldorf (VG Daun) werden Aktionen durchgeführt, die zur Stärkung und Aufrechterhaltung der dörflichen Gemeinschaft beitragen.

    • Foto: Alflen von oben (Bilderquelle: Otmar Thome)
      17.06.2014

      Im DIE-Modelldorf Alflen (VG Ulmen) gelingt es, die Bevölkerung für die zu erwartenden Probleme des demographischen Wandels zu sensibilisieren.

    • Foto: Bau der Vitrine in Eigenleistung der Bürger  (Bilderquelle: Familie Weber)
      17.06.2014

      Im DIE-Modelldorf Gerolstein-Büscheich (VG Gerolstein) zeigt sich, wie soziales Engagement und gemeinnützige Arbeit im Rahmen der Dorfinnentwicklung gestaltet werden können.

    • Foto: saniertes Wohngebäude in Winkel (Quelle: Plan-Lenz GmbH)
      08.04.2014

      Im Rahmen des Projektes „DIE – Chance für das Dorf“ trafen sich am 27. März Architekten und am Bau beteiligte Handwerker zu einem Fachgespräch zum Thema „Baukultur in der Eifel“ im Forum Daun

    • Gerne leben in Oberelz (Quelle: Trierischer Volksfreund)
      04.04.2014

      Im DIE-Modelldorf Oberelz (VG Kelberg) hat ein engagierter Arbeitskreis viele Strategien erarbeitet. Herausgreifen möchten wir heute die Image-Kampagne „Botschafter für Oberelz“ und die „Leere-Häuser-Tour“ – zwei Beispiele, die sich auch zur…

    • Gruppenfotos der Ortsbegehungen in 1. Oberelz, 2. Betteldorf und 3. Gerolstein-Büscheich, (Quelle: IfR, 2014.)
      05.03.2014

      Im vergangenen Jahr haben die vier Modelldörfer Oberelz, Betteldorf, Gerolstein-Büscheich und Alflen intensiv gearbeitet. Herausgekommen sind viele gute Ideen und Strategien zur Förderung der Innenentwicklung.

    • 19.02.2014

      Das „Kommunale Förderprogramm Abriss und Wiederherstellung von Freiflächen“ ist u.a. eine Maßnahme des Projektes „DIE – Chance für das Dorf!“ der Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen.


     
    Ansprechpartner

    Thorsten Loosen 
    Abteilungsleiter Bauverwaltung
    Zimmer Nr. 315
    Tel.: 06592 939-315

    Katharina Junk
    Sachbearbeiterin
    Zimmer Nr. 314
    Tel.: 06592 939-314

    Weitere Informationen

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    Das DIE-Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL) des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung Weinbau und Forsten und ist ein LEADER-Projekt der LAG Vulkaneifel.