Dauner Thesen 2017: Das Streben nach Resilienz als wiederentdeckte Aufgabe der Dörfer

    verabschiedet im Nachgang des 6. WEGE-Symposiums am 15.08.2017 in Daun

    Einleitung

    Klimaveränderung, wirtschaftlicher Wandel durch eine verstärkte Globalisierung, digitale Transformation, demografischer und sozialer Wandel – all diese Prozesse führen global gesehen zu beträchtlichem Stress. Länder, Regionen, Städte und Dörfer sind herausgefordert auf diesen Stress – und immer öfter auch auf daraus resultierende krisenhafte Ereignisse (Starkregenereignisse, Stürme, Wirtschaftskrisen) – angemessen zu reagieren.

    Ein derzeit intensiv diskutierter Ansatz, um Städte, Dörfer und Regionen krisenfester aufzustellen, ist der der Resilienz. Der Begriff wird seit langem in verschiedenen Disziplinen verwandt (wie z.B. der Psychologie, der Ökosystemtheorie, der Materialwissenschaften). Seit einigen Jahren wird Resilienz in Deutschland verstärkt in der Stadt- und Regionalentwicklung aufgegriffen und findet ebenfalls Eingang in die ländliche Entwicklungsreflexion.

    Resilienz beschreibt die grundsätzliche Fähigkeit von Systemen, Krisen zu meistern und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Das gilt sowohl für einzelne Personen als auch für Systeme wie Dörfer, Landgemeinden, Städte und Regionen.

    Im Handlungsfeld der ländlichen Entwicklung liegt der Fokus stärker auf der gesellschaftlichen Dimension, wenngleich natürlich auch die individuelle Resilienz der Menschen in vom einzelnen Menschen her gedachten Entwicklungsprozessen wichtig ist. Nach Prof. Dr. Harald Kegler wird die gesellschaftliche Resilienz definiert als „Kapazitäten einer Stadt, eines Dorfes, um Störungen aufzufangen und die Basisfunktionen zu erhalten und zu transformieren“ (WEGE-Symposium 2017, Vortrag).

    Resilienz ist damit eine Steuerungsleistung eines Systems. Ein resilientes System kann immer nur für den Moment einen Zustand erreichen, der adäquat mit der Krise umgeht. Bei einer neuen Krise sieht die Lösung möglicherweise anders aus. Resiliente Systeme sind in der Lage sich hierauf flexibel einzustellen. Dörfer, Landgemeinden, Städte und Regionen sollten danach Streben sich diese Fähigkeit zu eigen zu machen. Dennoch ersetzt dies noch keine Orientierung für einen Entwicklungsprozess. Notwendig ist dazu eine Vision als Orientierungskraft. Eine Vision „gelingendes Leben im Dorf“ darf nicht lokal begrenzt sein; sie braucht regionale Weite.

    Das 6. WEGE-Symposium beschäftigte sich mit dem Ansatz der Resilienz in der ländlichen Entwicklung und brach diesen auf die dörfliche Ebene herunter – wohl wissend, dass lokale/dörfliche Resilienz nur in einer Stadt-Land-Partnerschaft gänzlich erreicht werden kann.

    Folgende Fragen standen dabei im Mittelpunkt des Symposiums: Wie lassen sich resiliente Dörfer charakterisieren? Wie können sich Dörfer resilient aufstellen? Was sind die ersten Schritte auf diesem Weg?

    Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf das Bild.