Dauner Thesen 2016: Die ländliche Kommune als PotenzialentfaltungsgemeinschafT

    verabschiedet im Nachgang des 5. WEGE-Symposiums am 02. November 2016 im TGZ in Daun in Nerdlen/Kradenbach

    Einleitung

    Ländliche Räume stehen nach wie vor vor großen Herausforderungen. Für ihre Bewältigung benötigen sie ganzheitlich ausgerichtete Prozesse (Change-Prozesse), die tiefgreifende Veränderungen auslösen.

    Ein besonderer Erfolgsfaktor solcher nach den Prinzipien des Change Managements gestalteter Veränderungsprozesse ist eine Veränderung in der Kultur des Zusammenlebens. Darunter verstehen wir die Gesamtheit aller Normen und Werte der Bürger und Akteure im ländlichen Raum. Die Kultur des Zusammenlebens äußert sich darin, auf welcher Ebene sich die Menschen vor Ort begegnen, wie sie zusammenleben und zusammenwirken und welche Haltung sie hinsichtlich verschiedener Aspekte an den Tag legen. Damit steht das Zusammenleben und Zusammenwirken der Menschen im Mittelpunkt.

    Eine neue Kultur des Zusammenlebens kann nach dem Hirnforscher Gerald Hüther in „Potenzialentfaltungsgemeinschaften“ entstehen. Gerald Hüther versteht unter Potenzialentfaltungsgemeinschaften solche Gemeinschaften, die es dem Einzelnen ermöglichen, seine Potenziale so gut wie möglich zur Entfaltung zu bringen. In seinem Buch „Kommunale Intelligenz – Potenzialentfaltung in Städten und Gemeinden“ regt er an, Kommunen zu solchen Potenzialentfaltungsgemeinschaften zu entwickeln.

    Mit Potenzialentfaltungsgemeinschaften wird damit ein Ansatz konsequent weitergedacht, der bereits im Leitbild der Sorgenden Gemeinschaft angelegt ist. Auch Sorgende Gemeinschaften orientieren sich an einer neuen Kultur des Zusammenlebens. Sie stellen die Sorge der Menschen umeinander in den Mittelpunkt und bauen darauf, dass Menschen bewusst Verpflichtungen füreinander eingehen und so Sorgenetze für den Einzelnen aufbauen wollen. In Potenzialentfaltungsgemeinschaften wird diese neue Kultur in dem Sinne erweitert, dass die Potenziale eines jeden Menschen – unabhängig von seinem Hilfe- und Unterstützungsbedarf – gesehen, entwickelt und zum Wohle der Gemeinschaft eingebracht werden können.

    In diesen Kontext ordnete sich das 5. WEGE-Symposium ein und beschäftigte sich insbesondere mit folgenden Fragen: Was charakterisiert eine ländliche Kommune als Potenzialentfaltungsgemeinschaft? Wie können sich ländliche Kommunen auf den Weg zu Potenzialentfaltungsgemeinschaften machen? Was sind wichtige Schritte auf diesem Weg? Was benötigen ländliche Kommunen, um diesen Weg erfolgreich gehen zu können?




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