Zukunftskonferenz in Dreis-Brück – lebendig, sprudelnd, aktiv

    Jeder hat sie – Träume und Visionen. Manche verpuffen, andere jedoch erfüllen sich. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“, lautet ein Zitat von Helmut Schmidt. Doch ist das wirklich so oder sind Visionen für die Zukunft nicht vielmehr Wegbeschreibungen, die den Blick weiten und eine Entwicklung ermöglichen? Die Dreis-Brücker haben jedenfalls das Gestaltungspotenzial erkannt und sich in einer Zukunftskonferenz intensiv mit der Zukunft ihres Dorfes befasst. Im Dorf, wo nicht nur das Wasser, sondern auch die Ideen sprudeln!

    Bürgermeister Werner Klöckner und das Moderationsteam der Verbandsgemeindeverwaltung Daun staunten nicht schlecht, als sich das Haus Vulkania am ersten Aprilwochenende mehr und mehr füllte. Mit rund 120 Teilnehmer/-innen war dies bisher die größte Zukunftskonferenz in der VG Daun. Deutlich fiel auf, dass insbesondere eine große Zahl an jungen Menschen der Einladung von Ortsbürgermeister Michael Jax und seinem Ortsgemeinderat gefolgt war.

    Nach einer kurzen Begrüßung blickte man zunächst gemeinsam auf die Vergangenheit von Dreis-Brück. Häufig genannt wurde hier der im Jahr 1974 formell vollzogene Zusammenschluss der Gemeinden Dreis und Brück. Ebenso oft kam aber auch der Stolz auf die Dreiser Burg sowie das modernisierte Haus Vulkania und die Alte Schule im Ortsteil Brück zum Ausdruck. Aber auch persönliche und globale Themen fanden hier Raum.


    Jede/r bringt sich und seine Gedanken ein.

    Lebendig

    Im Anschluss an die Betrachtung der Vergangenheit warfen die Teilnehmer/-innen einen Blick auf die Gegenwart, um Stärken und Schwächen in ihrer Ortsgemeinde zu erarbeiten. Schnell wurde deutlich, dass die positiven Faktoren überwiegen. So liegt Dreis-Brück beispielsweise in einer reizvollen Landschaft, die nicht nur das Leben der Einwohner bereichert, sondern auch für Touristen attraktiv ist.

    Mehrfach kam auch das gelebte Brauchtum und die Pflege von Traditionen zur Sprache. Die Kirmes, das Feuerrad, das Kläppern und das Aufstellen des Maibaums sind nur einige der Anlässe, die fest im Jahresplan verankert sind und von den Bürgerinnen und Bürgern aufrechterhalten werden.

    Viele junge Menschen und Familien leben in Dreis-Brück. Das zeigt sich insbesondere auch in der Teilnahme an der Zukunftskonferenz. In zahlreichen Vereinen oder bei verschiedenen Anlässen ist es ihnen möglich, am Dorfleben teilzuhaben. Wo die älteren Jugendlichen einen Raum für sich haben, fehlt es jedoch an Angeboten für die 10- bis 15-Jährigen. Die Dorfgemeinschaft in den beiden Ortsteilen ist ausgeprägt und auch Neubürger werden gerne aufgenommen, das Miteinander als ein Dreis-Brück hat jedoch noch Potenzial. Dahinter steht ein starker Wunsch der Teilnehmer/-innen: Dreis und Brück sollen zusammenwachsen!

    Doch auch in dem lebendigsten Dorf ist es spürbar, wenn nach und nach Infrastruktur wegfällt. Sind doch Geschäfte, Arztpraxen oder Banken Orte, in denen Begegnung stattfindet und man miteinander ins Gespräch kommt. Schnell wurde deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht, um weiterhin ein Dorf zu sein, in dem Jeder (fast) Jeden kennt und das von einer lebendigen Gemeinschaft zeugt, vielleicht sogar als erste Mehrgenerationengemeinde.




    Dass Leben im Dorf ist und Verbundenheit mit der Heimat besteht, zeigten Tanja Leclaire-Dederichs, Michaela Hamecher und Michaela Billigen in ihrer selbstgedichteten Hymne auf Dreis-Brück, mit der sie in der Mittagspause für Stimmung sorgten.


    Sprudelnd

    Nach einem stärkenden Mittagessen ging es am Samstagnachmittag ans Eingemachte. Es galt Visionen und Projekte für ein ideales Dreis-Brück im Jahr 2030 zu entwickeln. In Kleingruppen und später auch etwas größeren Runden wurden die Ansätze nach und nach verdichtet, sodass es am Samstagabend ein klares Bild für eine mögliche Entwicklung gab. Jung und Alt brachten sich hier in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre gleichermaßen ein. Mit dem bunten Strauß an Ideen konnte man nach einem reichhaltigen Frühstück im Haus Vulkania in den Sonntagvormittag starten.

    Aktiv

    Getreu nach dem Motto „miteinander-füreinander-gemeinsam auf dem Weg zu einer Sorgenden Gemeinschaft“ fanden sich schnell Arbeitsgruppen zusammen und nutzten die Zeit am Sonntagvormittag für einen ersten Austausch und weitere Vereinbarungen. Was verbirgt sich hinter der Sorgenden Gemeinschaft Dreis-Brück?

    Nun da ist zum einen ein Dorfladen, der die Grundversorgung sicherstellen soll, aber auch als wichtiger Treffpunkt im Dorf genutzt werden kann. Da sind aber auch Informationsangebote, z.B. über barrierefreies Wohnen. Natürlich darf auch ein koordiniertes Unterstützungsangebot nicht fehlen, wenn man Arztbesuche oder Einkäufe etc. nicht mehr alleine erledigen kann, aber auch eben für junge Familien, die mal auf einen Babysitter zurückgreifen müssen. Generationenübergreifendes Lernen steht beispielsweise in Kochkursen auf der Tagesordnung und natürlich soll es Räume und Angebote für Jugendliche aller Altersgruppen geben.


    Auch die Themen der jungen Dreis-Brücker kommen auf den Tisch!


    Auch im Gesundheitsbereich gibt es bald in Dreis-Brück verschiedene Aktivitäten. Wander- und Laufgruppen werden gegründet und vielleicht sorgen in Zukunft ein Kletterwald oder eine Natursauna für ein besonderes Naturerlebnis. Möglicherweise kann man bald aber auch von frischem Obst oder Gemüse aus dem Dorfgarten naschen.

    Informationen rund um die Sorgende Gemeinschaft Dreis-Brück gibt es demnächst sicherlich in der Dorfzeitung „Dorf-Schell“, die wieder neu aufgelegt werden soll.

    Dies sind nur einige Beispiele der entstandenen Ideen und Visionen.
    An der Umsetzung arbeiten nun folgende Arbeitsgruppen:

    1. Dreck-weg
    2. Dorftreff, Dorfladen für Dreisbrück
    3. Intakte Natur
    4. Die Jugend - Unser Rückgrat für morgen
    5. Dreisbrück - gesund und aktiv
    6. Dreisbrück - eine Sorgende Gemeinschaft
    7. Information und Kommunikation
    8. Dreisbrücker Dorfzeitung
    9. Schnellaktionen
    10. Freie Wander- und Laufgruppen

    Mitmacher – egal ob Jung oder Alt – sind jederzeit willkommen! Die Dokumentation zur Zukunftskonferenz ist als Download unter http://www.dreis-brueck.de/ verfügbar.

    Sichtlich stolz bedankte sich Ortsbürgermeister Michael Jax bei den engagierten Mitdenkern bzw. Mitmachern für die Teilnahme an der Zukunftskonferenz: „Ich bin begeistert, welche Ideen und sogar schon konkreten Projekte hier entstanden sind. Vor allem finde ich es aber toll, dass unsere Dreis-Brücker Jugend so stark vertreten war.“


    Sie interessieren sich für das Format Zukunftskonferenz? - Dann kontaktieren Sie uns gerne!