En Jeheschnis – Die Schule am Pulvermaar

    In der Schule am Pulvermaar rauchten im März die Köpfe und das auch noch an einem Samstag. Wer da gleich an die Schülerinnen und Schüler denkt, irrt sich. Schüler, Eltern, Lehrer, Schulpersonal, Ortsbürgermeister aus dem Schulbezirk und auch Mitglieder der Genossenschaft am Pulvermaar – eine sorgende Gemeinschaft eG kamen zusammen, um im Rahmen einer Zukunftskonferenz eine Vision für die Bildungsregion Gillenfeld zu erarbeiten. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt.

    Zukunftskonferenzen gab es bereits in einigen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Daun. Doch im März feierte dieses Format Premiere in der Schule am Pulvermaar in Gillenfeld. Bürgermeister Werner Klöckner und ein Team der VGV Daun begleiteten die rund 50 engagierten Teilnehmer/-innen durch den Tag.

    Schule im Wandel der Zeit
    Wie auch in den anderen Zukunftskonferenzen lohnte ein Blick in die Vergangenheit der Bildungsregion Gillenfeld und der Schule am Pulvermaar als Kristallisationspunkt. Eine Teilnehmerin erinnert sich, dass früher noch das 1.-4. und das 5.-8. Schuljahr jeweils in einem Raum unterrichtet wurden. Auch die Berufswahl sei in diesem kleinen abgegrenzten dörflichen Kontext leichter gefallen, in den die Schule schon immer eingebettet war. In Zeiten von Ganztagsangeboten ist die Schule heute nicht mehr nur Lernort, sondern auch Lebensort. Und dass dies mit einem vielseitigen Gestaltungspotenzial einhergeht, zeigten die weiteren Phasen der Konferenz.


    Mit Feuer und Begeisterung waren die Schülerinnen Emily und Celine den ganzen Tag dabei und brachten ihre Ideen ein


    Natürlich klug!
    Erste Essbare Schule Deutschlands, Natur- und Geoparkschule, Modellschule für Partizipation und Demokratie sind Titel, mit denen sich die Schule am Pulvermaar schmücken darf. Doch was steckt dahinter? Da ist zunächst die ausgezeichnete 3-Sterne-Mensa, in der täglich – zum Teil mit Gemüse aus den Hochbeeten im Schulgarten – frisch gekocht wird. Schülerin Emily sagt begeistert: „Hier schmeckt es so gut wie zu Hause.“ Davon konnten sich auch alle anderen Teilnehmer/-innen in der Mittagspause der Zukunftskonferenz überzeugen. Hauswirtschaftskraft Martina Eis zauberte ein köstliches Mittagessen auf den Tisch.

    Da ist aber auch die Wundermaar-AG, in deren Rahmen sich die Schüler/-innen u.a. um die Schulschafe kümmern und in der wichtige Sozialkompetenzen wie z. B. Verantwortungsbewusstsein gefördert werden. Die Teilnehmer/-innen bestätigen übereinstimmend, dass Naturerfahrungen den Alltag sehr bereichern und zugleich eine nicht zu unterschätzende Kraftquelle darstellen. Wer sich mit der Schule beschäftigt, weiß, dass dies nur einen kleinen Ausschnitt des vielseitigen Angebotes darstellt.

    Schule mit Herz
    Nicht nur die gemeinsamen Aktivitäten fördern das Wir-Gefühl zwischen Schülern, Lehrern, Schulpersonal und Eltern, sondern auch die kleinen Klassenverbände. Jede/r wird als Individuum betrachtet und erhält die Aufmerksamkeit, die er oder sie braucht. In einer Atmosphäre der Geborgenheit, Verlässlichkeit und Sicherheit werden die Kinder in ihrer Entwicklung begleitet und lernen fürs Leben. Auch die Familien finden jederzeit einen Ansprechpartner. Dass die Schule eine Herzensangelegenheit aller ist, zeigte sich als es darum ging, Visionen für die Zukunft zu entwickeln.


    Ideen sprudeln an den Gruppentischen.

    Wertvoller Lebensort
    Ein interessantes und vielfältiges Angebot gibt es in der Schule bereits sowohl im Unterricht, als auch in Form von AGs in den Nachmittagsstunden etc. Doch wird das so auch wahrgenommen und wertgeschätzt? Sicher war man sich da nicht und möchte daher künftig proaktiv von Ereignissen berichten und damit auch auf die Bildungseinrichtung aufmerksam machen. Dazu zählt beispielsweise auch ein neuer einladender Internetauftritt.

    Dass Schule mehr Lebensort als nur Lernort ist, zeichnet sich schon länger als Trend ab. Durch das Ganztagsangebot verbringen die Kinder einen Großteil ihres Tages in der Schule. Eltern daran nicht teilnehmender Kinder fahren am Nachmittag über die Orte, um sie zum Fußball oder Musikunterricht etc. zu bringen. Warum also holt man nicht beispielsweise die Hobbys in die Schule? Dazu würde sich eine Kooperation mit den ortsansässigen Vereinen anbieten.

    Die Schule soll außerdem offen für Alle sein. Kürzlich gestartet ist das Projekt, in dem ältere Menschen die Kinder in der Schule besuchen, um mit Ihnen gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen. Neben dem Spaß am Spiel steht natürlich auch die Begegnung von Jung und Alt im Mittelpunkt. Da kann es schon passieren, dass das Spiel zur Nebensache wird, wenn man einander so viel zu erzählen hat. Was testweise in einer Klasse gestartet ist, soll nun Schritt für Schritt erweitert werden. Hierbei arbeiten die Schule am Pulvermaar und die Genossenschaft am Pulvermaar eng zusammen.


    In Arbeitsgruppen werden die Visionen konkretisiert.

    Dies sind nur einige Beispiele der entstandenen Ideen und Visionen.
    An der Umsetzung arbeiten nun folgende Arbeitsgruppen:

    1. Sozialkompetenzen wecken, fördern und umsetzen
    2. Eine Schule für alle
    3. Individuelles Fördern
    4. Digitalisierung & Technik
    5. Natur & Umwelt

    Mitmacher – egal ob Schüler, Eltern, Großeltern oder generell Interessierte – sind jederzeit willkommen! Die Dokumentation zur Zukunftskonferenz ist als Download unter www.schule-gillenfeld.de verfügbar.

    Tenor der Teilnehmer/-innen war: „Unsere Schule ist etwas Besonderes und darauf wollen wir aufbauen!“


    Nähere Informationen zu den gegründeten Arbeitsgruppen erhalten Sie über die Schule am Pulvermaar:
    Tel.: 06573 296, E-Mail:

    Sie interessieren sich für das Format Zukunftskonferenz? - Dann kontaktieren Sie uns gerne!