Sorge und Mitverantwortung in der Kommune - Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften

    Unter diesem Thema fand am 21.11.2017 ein Lokales Fachforum zum 7. Altenbericht der Bundesregierung in der Lehwaldhalle in Darscheid statt.

    Über 100 interessierte Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung, die von der Verbandsgemeinde Daun und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgerichtet wurde. Hier bestand die Möglichkeit sich vor Ort zu informieren und mitzudiskutieren, was in unseren Gemeinden getan werden kann, um gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Leben im Alter zu ermöglichen.

    Bildunterschrift: Vortrag Herrn Staatssekretär David Langner, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz

    Nach der offiziellen Begrüßung und der Einordnung des WEGE-Prozesses der Verbandsgemeinde Daun (Wandel erfolgreich gestalten) erteilte Bürgermeister Werner Klöckner das Wort an Herrn Staatssekretär David Langner vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, der das unglaubliche Engagement der Verbandsgemeinde Daun hervorhob. „Die Verbandsgemeinde Daun ist mit ihrem WEGE-Prozess bei der Gestaltung des demografischen Wandels in den Kommunen ein herausragend aktiver Partner in der Landesregierung“, so Langner.

    Anschließend stellte Herr Prof. Dr. Andreas Kruse, Vorsitzender der 7. Altenberichtskommission in einem spannenden Vortrag die Empfehlungen und Anregungen des 7. Altenberichts dar.

    Mit einem Verweis auf Martin Luthers Thesen anlässlich des 500. Reformationstags am 31.10.2017, betonte er gleich zu Beginn die beiden zentralen Aspekte für unsere Demokratie: Selbstverantwortung und Mitverantwortung. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, damit Menschen Mitverantwortung tragen können? Was muss getan werden, damit sich auch ältere Menschen einbezogen fühlen und Selbstverantwortung tragen?

    Der 7. Altenbericht geht der Frage nach, wie durch kommunale Strukturen und deren Weiterentwicklung dazu beigetragen werden könne, dass tragfähige Sorgestrukturen entstünden, die älteren Menschen auf der einen Seite das Gefühl der Sicherheit, des Geschützt- und Getragenseins vermittelten und die auf der anderen Seite ergänzend dazu älteren Menschen die Möglichkeit eröffnen sollten, sich selbst zu engagieren, etwas für das Gemeinwohl zu tun und den öffentlichen Raum mitzugestalten.

    Prof. Kruse endete mit den Worten: „Der demografische Wandel ist für uns eine Herausforderung, aber, und das ist mir das Wichtigste, auch eine Chance. Und dazu brauchen wir einen Bürgermeister, wie sie ihn hier haben, der den demografischen Wandel zu einem zentralen Thema macht und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern aktiv gestaltet!“

    Anschließend erhielten zehn jugendliche Seniorenbegleiter der Drei-Maare-Realschule plus und des St. Laurentius Förderzentrums Daun für ihren projektbezogenen aktiven Beitrag zum Thema Toleranz und Mitverantwortung Zertifikate ergänzt durch Dauner Taler von Herrn Prof. Kruse überreicht.

    Bildunterschrift: von rechts: Prof. Dr. Kruse, Frau Schuh-Hoffmann, RS+ Daun, BM Klöckner, die jugendlichen Seniorenbegleiter und Frau Lay, Koordinierungsstelle Dauner Viadukt von Jung bis Alt.


    Im Anschluss an den Vortrag leitete der Moderator Dr. Tim Becker, Institut Denkunternehmung Vulkaneifel zu einer Diskussionsrunde über, um die Themen dieses Tages zu vertiefen.


    Bildunterschrift: Diskussionsteilnehmer waren (von links):

     Herr Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun; Herr Dr. Tim Becker, Institut Denkunternehmung Vulkaneifel; Herr Karl-Heinz Schlifter, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft am Pulvermaar – eine sorgende Gemeinschaft eG und Ortsbürgermeister in Gillenfeld; Frau Dr. Hagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen. Zentrums für Altersfragen und Herr Loring Sittler, Berater für Fragen des gesellschaftlichen Wandels.


    Angeleitet durch gezielt gestellte Fragen hoben die Experten noch einmal hervor, welche Schritte notwendig sind, um zukunftsfähige Gemeinden aufzubauen und zu sichern. Dazu gehört beispielsweise ein sektorenübergreifendes Handeln, das bewusste Zugehen auf die Wirtschaft, aber auch die Schaffung von sogenannten Ermöglichungsräumen und das Miteinbeziehen sozial benachteiligter Menschen, so dass alle Menschen in der Lage sind ein selbstbestimmtes, selbstverantwortliches Leben zu führen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wird. Das Publikum beteiligte sich ebenfalls an der interessanten Diskussion.

    Nach der Mittagspause wurde das sogenannte „World-Cafe`“ unter dem Motto „Der 7. Altenbericht vor Ort! Seine Chancen und Herausforderungen in unseren Dörfern“ eröffnet. Die Teilnehmer erarbeiteten in interaktiven Formaten, wie sich die Ergebnisse des 7. Altenberichts in die reale Praxis übertragen lassen und stellten anschließend spannende Ergebnisse vor.


    Bildunterschrift: Austausch im World Cafe´

    Zum Abschluss bedankte sich Herr Bürgermeister Klöckner bei allen Teilnehmern für die Mitgestaltung der gelungenen Veranstaltung und den konstruktiven Austausch.

    Info: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet insgesamt 7 Lokale Fachforen in verschiedenen Regionen Deutschlands, um die Empfehlungen und Anregungen des 7. Altenberichts einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Verbandsgemeinde Daun war als Gastgeberin dabei!

    Verbandsgemeindeverwaltung Daun, Doris Sicken, Stabsstelle Koordination, Leopoldstraße 29, 54550 Daun, Tel. 06592/939-207, email: .