Interessanter Einblick in die Vielfalt der Pflegeberufe

    Die 4. Aktionswoche Altenpflegeausbildung mit dem Thema „Jetzt Zukunft gestalten – Pflegeberufe sichern Lebensqualität“ steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie (MSAGD RLP).

    Rund 120 interessierte Zuhörer kamen zu der Veranstaltung, die von der Verbandsgemeindeverwaltung Daun und den Pflegeschulen Maria-Hilf Daun ausgerichtet wurde, um sich über das Thema Pflege zu informieren.

    Nach der offiziellen Begrüßung durch Herrn Bürgermeister Werner Klöckner und Herrn Staatssekretär David Langner, MSAGD RLP, der das Engagement der Verbandsgemeinde Daun lobte, weil sie sich schon seit Jahren in dem sogenannten WEGE-Prozess (WEGE steht für Wandel erfolgreich gestalten) mit den Herausforderungen des demographischen Wandels beschäftigt, stimmte das Improvisationstheater SponTat mit viel Witz, Charme und Augenzwinkern auf das Thema Altenpflege ein.

    Anschließend leitete der Moderator und Kommunikationstrainer Martin von Berswordt-Wallrabe zur Podiumsdiskussion, die sich mit den aktuellen Herausforderungen im Pflegebereich, wie Zeit- und Personalmangel beschäftigte, weiter.

    Diskussionsteilnehmer waren Frau MdL Kathrin Anklam-Trapp (Stellv. Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion), Herr MdL Michael Wäschenbach (Beauftragter für Pflege der CDU-Landtagsfraktion), Herr Prof. Dr. Franz Lorenz (Rektor Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen, Saarland) und Herr Hans-Josef Börsch (Stellv. Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertreter der Cusanus Trägergesellschaft Trier mbH und Vorstandsmitglied der Pflegekammer RLP).

    Die beiden Politiker sind sich der Herausforderungen in der Pflege bewusst und es bestand Einigkeit darüber, dass die Pflegeausbildung reformiert werden soll.

    Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion. Einige Pflegekräfte berichteten, dass sie viele Überstunden leisten müssten und Auszubildende zudem bei Personalmangel immer öfter als volle Kräfte mit eingeplant würden.

    Pflegeberufe sind für die Sicherung der Lebensqualität in Situationen und Lebenslagen, die durch Krankheit, Behinderung und/oder Gebrechlichkeit im Alter geprägt sind, unverzichtbar. Viele Pflegekräfte steigen aber aufgrund von sehr herausfordernden Situationen, wie Zeit- und Personalmangel im Pflegealltag, aus. Eine Vielzahl der Fachkräfte wird in den nächsten Jahren in Ruhestand gehen, die Zahl der potenziellen Berufsanfänger wird sinken, der Bedarf an Pflegekräften deutlich steigen.

    Das bestätigte auch Herr Hans-Josef Börsch, Vorstandsmitglied der Pflegekammer Rheinland-Pfalz mit seiner Aussage, dass sich die Arbeit in der Pflege in den letzten Jahren enorm verdichtet hat und das fehlende Personal zusätzlich dafür sorgt, dass die Belastungen für Pflegende hoch sind.

    Herr Staatssekretär Langner weist jedoch auch auf die Prozesse hin, die dem entgegenwirken sollen. So hat die Landesregierung mit der Einrichtung der ersten Pflegekammer in Deutschland einiges auf den Weg gebracht.

    Die Aufgaben der Pflegekammer erläuterte Frau MdL Kathrin Anklam-Trapp, stellv. Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Die Pflegekammer will die Rahmenbedingungen in Kürze klar definieren, auf die sich die Pflegenden berufen können.

    Nur mit deutlichen Verbesserungen gelingt es in Zukunft junge Menschen für das Berufsbild der Pflegefachkraft zu begeistern und das hohe Engagement zu bewahren, wie Prof. Dr. Franz Lorenz, Rektor der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen im Saarland betonte.

    Wie bereits in den vergangenen Jahren finden auch in diesem Jahr wieder in der Woche vom 27.03. bis 30.03.2017 verschiedene Info- und Selbsterfahrungs-Veranstaltungen in Kelberg, Daun, Gerolstein und Traben-Trarbach statt.